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Die Kursbuchstrecke 670 - Betrieb -- Betriebsablauf und Verkehr: Fahrplan und Verkehr - Taktverkehr | Grundstruktur

Bereits in den Anfangszeiten der Strecke wurden Personenzüge eingesetzt. Jedoch kannte man bis in die 1960er Jahre keinen Taktfahrplan. In den ersten Jahren seit Bestehen war der Güterverkehr auf der Strecke am stärksten vertreten. Personenzüge verkehrten nur sporadisch ohne feste Taktstruktur. Erst mit Einführung der S-Bahn in anderen Bundesländern zu dieser Zeit kamen auch geregelte Fahrpläne auf, die - speziell für Vielfahrer - nur noch gelegentlich einen Blick auf den Fahrplan erforderten. Das Konzept wurde unter dem Begriff "Integrierter Taktfahrplan" bekannt.
Nach und nach etablierte die damalige Deutsche Bundesbahn den Taktverkehr auch in anderen Regionen. Erst recht spät kam ein solcher Taktfahrplan auch auf der KBS 670 zum Einsatz.
Bei den nachfolgenden Betrachtungen sollte beachtet werden, dass man zwischen dem Haltetakt und dem Verkehrstakt unterscheiden muss. Züge können, obwohl sie halbstündlich verkehren, an Bahnhöfen nur stündlich halten. Taktverstärker oder zusätzliche Züge werden nicht betrachtet.
Den Taktfahrplan kann man in vier größere Abschnitte einteilen.

Abschnitt Saarbrücken Hbf - Homburg (Saar) Hbf
Mit Beginn des Jahresfahrplanes 1985/86 waren auf der KBS 670 im Nahverkehr erste Ansätze eines Halbstundentakts erkennbar. Mit Einführung der Citybahn im Mai 1989 auf dem Abschnitt Saarbrücken Hbf - Homburg (Saar) Hbf mit Verlängerungen nach Kaiserslautern war der Halbstundentakt zwischen Homburg und Saarbrücken Standard. Ab Oktober 1989 wurden eigens dafür umgebaute Nahverkehrswagen (n-Wagen, "Silberlinge") im CityBahn-Design eingesetzt. Der Einsatz erfolgte dabei zunächst auf der heutigen Linie RE60, ab Sommer 1991 war die heute als RB71 bezeichnete Linie komplett mit diesen Wagen bestückt. In den Jahren zuvor waren hier nur vereinzelt CityBahn-Garnituren eingesetzt worden. Seitdem sind diese Züge fest im Fahrplan integriert und unter dem Begriff "Saarland-Takt: Gleich kommt wieder einer" bereits Mitte der 1990er Jahre bekannt gemacht worden.
Dieses Konzept basiert seit diesem Zeitpunkt auf dem halbstündigen Wechsel zwischen RE-Zügen (heutige Linie RE60) und RB-Zügen (heutige Linie RB71) mit verschiedenen Halten. Während RE-Züge nur die Halte Saarbrücken Ost, Scheidt (Saar), St Ingbert, Kirkel und Homburg (Saar) Hbf anfahren, halten RB-Züge an jeder Station. Für die RE-Stationen ergibt sich damit ein Halbstundentakt bezüglich der Halte, reine RB-Haltestellen dagegen sind nur in einen Stundentakt eingebunden. Ausnahmen sind Züge zur Schulanfangs- und Schulschlusszeit morgens bzw. mittags: Hier gibt es in Limbach bei Homburg (Saar) und Rohrbach (Saar) auch Halte der RE-Linie. Darüberhinaus weichen die Halte der Linie RE60 zur Tagesrandlage von denjenigen im übrigen Tagesverlauf ab. Hier gibt es mehrere Züge, die an allen Stationen halten. Mehr dazu unter Taktunterbrechungen.
Auf dem Abschnitt Saarbrücken Hbf - Rohrbach (Saar) kommen zusätzlich noch RB-Züge der Verbindung Saarbrücken Hbf - Rohrbach (Saar) - Pirmasens Hbf hinzu. Diese halten jedoch - um die im vorangehenden Abschnitt besprochene Taktstruktur nicht zu unterbrechen - nur in St Ingbert und Rohrbach (Saar). Der Halt Rohrbach (Saar) ist somit der einzige RB-Halt, der einen Halbstundentakt besitzt.
Es ergibt sich somit folgender Verkehrstakt auf dem Abschnitt Saarbrücken Hbf - Homburg (Saar) Hbf:

Zuglinien
Kombination
RB71: Saarbrücken Hbf - Homburg (Saar) Hbf
Stundentakt
Halbstundentakt zwischen Saarbrücken Hbf und Homburg (Saar) Hbf
RE60: Saarbrücken Hbf - Kaiserslautern Hbf
Stundentakt

Seit Juni 2009 wurde der Halbstundentakt der Linie RB71 verdichtet. Insgesamt führte dies zwischen Saarbrücken Hbf und St Ingbert zu einem "halben Viertelstundentakt" an Werktagen außer Samstag. Ein richtiger Viertelstundentakt kommt nicht zustanden, da hierfür eine Linie fehlt. Mit den Zügen der Linie RB68 wird dieser Takt noch weiter verdichtet.

Abschnitt Homburg (Saar) Hbf - Kaiserslautern Hbf
Durch die Citybahn entstand auch auf dem Abschnitt Homburg (Saar) Hbf - Kaiserslautern Hbf ein Taktverkehr, welcher heute - ähnlich wie zwischen Saarbrücken Hbf und Homburg (Saar) Hbf - Alltag ist: Mit Zügen der S-Bahn RheinNeckar wird auf den Stationen Bruchmühlbach-Miesau, Hauptstuhl, Landstuhl und Kindsbach im Zusammenspiel mit den Zügen der RE-Linie 60 ein Halbstundentakt erreicht. Dieser besteht jedoch nur von 6 bis 20 Uhr, ansonsten wird im Stundentakt gefahren (RE60). Die übrigen Stationen in Richtung Kaiserslautern werden durch die S-Bahn RheinNeckar nur im Stundentakt bedient. Auch hier gibt es in Tagesrandlage Abweichungen mit zusätzlichen Halten.
Ähnlich wie zwischen Saarbrücken Hbf und Rohrbach (Saar) kommen zwischen Landstuhl und Kaiserslautern Hbf zusätzliche Regionalbahnen der Linie Kusel - Landstuhl - Kaiserslautern Hbf hinzu. Diese halten nur in Landstuhl, nicht jedoch - bis auf wenige Ausnahmen zu Stoßzeiten bzw. in Taktlücken - an anderen Stationen. Zu Hauptverkehrszeiten, d.h. frühmorgens, mittags zu Schulschlusszeiten und nachmittags zur Feierabendzeit, wird dieser RB-Takt durch zusätzliche Züge auf einen Halbstundentakt verdichtet. Diese Züge halten in der Regel jedoch ebenfalls nur in Landstuhl, doch auch hier gibt es zur Hauptverkehrszeit und in Tagesrandlage Ausnahmen.
Betrachtet man das Taktbild zur Kernzeit von 8 Uhr bis 20 Uhr und vernachlässigt Ausnahmen und Verstärkerzüge, so ergibt sich folgende Struktur:

Zuglinien
Kombination
RE60: Saarbrücken Hbf - Kaiserslautern Hbf
Stundentakt
Halbstundentakt zwischen Homburg (Saar) Hbf und Kindsbach
Stundentakt zwischen Kindsbach und Kaiserslautern Hbf
S1: Homburg (Saar) Hbf - Osterburken
Stundentakt

Abschnitt Kaiserslautern Hbf - Schifferstadt
Der Halbstundentakt, der aus den beiden vorangehenden Streckenabschnitten bereits bekannt ist, setzt sich zwischen Kaiserslautern Hbf und Schifferstadt fort. Hier verkehren in einem Abstand von jeweils etwa 30 Minuten Züge der S1 und der S2. Hierbei werden von beiden Linien bis auf wenige Ausnahmen alle Halte bedient.
Darüber hinaus werden frühmorgens bzw. spätnachmittags/-abends zusätzliche Taktverstärker eingesetzt. Diese bedienen ebenfalls alle Halte, beginnen oder enden aber teilweise nicht in Kaiserslautern Hbf sondern erst später bzw. früher. Die unter dem Schlagwort "Sprinter-S-Bahn" kommunizierten Züge sind in dieser Betrachtung nicht enthalten.
Auf dem Streckenabschnitt liegt also folgendes Taktbild vor.

Zuglinien
Kombination
S1: Kaiserslautern Hbf - Osterburken
Stundentakt
Halbstundentakt zwischen Kaiserslautern Hbf und Schifferstadt
S2: Kaiserslautern Hbf - Mosbach (Baden)
Stundentakt

Abschnitt Schifferstadt - Mannheim Hbf
In Schifferstadt treffen die S-Bahn-Linien 3 und 4 aus Germersheim auf die Strecke. Sie verkehren jeweils, wie S1 und S2 auch, im Halbstundentakt, sodass auf diesem Abschnitt ebenfalls ein Halbstundentakt zu Stande kommt:

Zuglinien
Kombination
S3: Germersheim - Karlsruhe Hbf
Stundentakt
Halbstundentakt zwischen Schifferstadt und Mannheim Hbf
S4: Germersheim - Bruchsal
Stundentakt

S1 und S2 enden jedoch nicht in Schifferstadt, sondern fahren bis mindestens Mannheim Hbf. Somit müssen sie sich zwischen Schiffersadt und Mannheim Hbf die Strecke mit S3 und S4 teilen. Dies ergibt in der Summe einen angenäherten Viertelstundentakt auf dem entsprechenden Abschnitt. Angenähert ist dieser deshalb, da aus betrieblichen Gründen kein reiner Viertelstundentakt zustande kommen kann. Insgesamt sieht das Taktbild für diesen Abschnitt wie folgt aus.

Zuglinien
Kombination
Endergebnis
S1: Kaiserslautern Hbf - Osterburken
Stundentakt
Halbstundentakt zwischen Kaiserslautern Hbf und Mannheim Hbf
Viertelstundentakt zwischen Schifferstadt und Mannheim Hbf
S2: Kaiserslautern Hbf - Mosbach (Baden)
Stundentakt
S3: Germersheim - Karlsruhe Hbf
Stundentakt
Halbstundentakt zwischen Schifferstadt und Mannheim Hbf
S4: Germersheim - Bruchsal
Stundentakt

Dieser viertelstündliche Takt wird lediglich in Ludwigshafen (Rhein)-Rheingönheim und Ludwigshafen (Rhein)-Mundenheim nicht eingehalten: Die Züge der S1 und S3 fahren hier durch, alle anderen Linien halten hier. Weiterhin sind in dieser Übersicht Taktverstärker und zusätzliche Züge (z.B. anlässlich Fußballspielen) nicht enthalten.