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Die Kursbuchstrecke 670 - Betrieb -- Betriebliche Besonderheiten: Stellwerksstörung Landstuhl - Kindsbach November 2012

Der nachfolgende Bericht schildert die Ereignisse rund um einen Stellwerksaufall nach Kabelschaden, verursacht durch einen Bagger in Landstuhl, km 29,3, bei Bauarbeiten zur Errichtung des neuen ESTW-A Kindsbach, zwischen dem 29.11. und 01.12.2012.
Beginn: 29.11.2012, 13.48 Uhr
Ende: 01.12.2012, 18.25 Uhr (vollständige Wiederherstellung der Betriebsmöglichkeiten)

Am 29.11.2012, 13.48 Uhr, durchtrennte ein Bagger bei Kabelarbeiten im Zuge des Neubaus des ESTW-A Kindsbach im Bereich des Bahnhofs Lanstuhl alle Kabel zur Steuerung der Signale und Weichen im Bereich Landstuhl und Kindsbach. Durch die Beschädigung schalteten alle Signale in Kindsbach dunkel, ebenso einige Signale im Aus- und Einfahrbereich Landstuhl in bzw. aus Richtung Kindsbach. Nach Feststellung der Störung wurden alle Weichen im Bahnhof Kindsbach sowie vier Weichen im Bereich Landstuhl durch Handverschlüsse in ihrer Stellung verriegelt.
Da eine Fahrt an den dunklen Signalen vorbei auf Ersatzsignal nicht mehr möglich war, musste in Landstuhl bzw. Einsiedlerhof jeweils Befehl 9 "Fahren auf Sicht" und Befehl 2 "Erlaubnis zur Vorbeifahrt am haltzeigenden Hauptsignal" gegeben werden. Am ersten Störungstag wurden diese Befehle noch einzeln diktiert, bereits am späten Abend des 29.11. lagen vorgefertigte Befehle vor, die durch Mitarbeiter der Fa. Securitas in Einsiedlerhof und Landstuhl an die Lokführer übergeben wurden. Die Mitarbeiter übernahmen auch in Landstuhl die Reisendenlenkung.
Durch die Störung wurde der Verkehr im Personen- und Güterverkehr zwischen Kaiserslautern Hbf und Lanstuhl stark eingeschränkt. Züge der Linie RE 60 verkehrten nur bis bzw. erst ab Landstuhl. Regionalbahnen aus und in Richtung Kusel endeten bzw. begannen erst in Landstuhl. S-Bahnen endeten und starteten alle in Kaiserslautern Hbf. Nicht betroffen waren die Züge der Linie RE 7.

In den späten Abend- sowie Nachtstunden des 29.11., 30.11. und 01.12.2012 verkehrten dagegen alle Personen- und Güterzüge aufgrund der vergleichsweise geringen Verkehrsdichte planmäßig, aber mit teilweise sehr hohen Verspätungen.
Bereits am späten Nachmittag des 29.11.2012 wurden alle Fernverkehrszüge zwischen Homburg (Saar) Hbf und Kaiserslautern Hbf für Nahverkehrsreisende freigegeben. Diese Freigabe blieb bis 30.11.2012, 23.59 Uhr, bestehen. Die IC-Züge hielten zum Teil zusätzlich in Landstuhl, um einen Ein- und Ausstieg zu gewährleisten. ICE-Züge der Paris-Achse hielten generell in Homburg (Saar) Hbf, nur in Ausnahmefällen wurde ein Halt in Landstuhl genehmigt. Die ICE-Züge der Dresden-Achse verkehrten ausnahmslos ohne Zusatzhalte in Landstuhl (Homburg (Saar) Hbf ist bei diesen Zügen Planhalt.).

Mit Beginn der Hauptverkehrszeit am 30.11.2012 wurde ab 5.00 Uhr der Regionalverkehr wieder auf den Abschnitt Homburg (Saar) Hbf - Landstuhl (RE 60/RB 61) reduziert; die Regional- und S-Bahnen verkehrten analog zum 29.11.2012. Ausnahmen waren an diesem Tag RB 12132 Kaiserslautern Hbf - Saarbrücken Hbf sowie RE 12136 Kaiserslautern Hbf > Saarbrücken Hbf. RB 12132 als Überführmöglichkeit zum Triebzugtausch der Baureihe 612 in Saarbrücken Hbf verkehrte auf komplettem Laufweg. Die zweite planmäßige 612-Überführung mit Personenbeförderung, RE 12134, begann erst in Landstuhl und wurde außerplanmäßig mit einem Triebzug der Baureihe 425 gefahren, welcher zuvor als RB 12135 aus Saarbrücken Hbf Landstuhl erreicht hatte. Die durch die abweichende Traktion an RE 12134 wegfallende Überführmöglichkeit der Baureihe 612 wurde durch abweichende Bespannung des RE 12136 mit zwei Triebzügen der Baureihe 612 kompensiert. Auch dieser Zug verkehrte ab Einsiedlerhof aufgrund der noch immer ausgefallenen Leit- und Sicherungstechnik mit größerer Verspätung.
Auch an diesem Tag waren die Züge der Linie RE 7 in beide Richtungen nicht von der Laufwegseinschränkung betroffen, sie verkehrten mit Verspätung auf kompletter Strecke. Die Nahverkehrsfreigabe der Fernzüge bestand den ganzen Tag; in Landstuhl wurde analog zu 29.11. verfahren.
Zwischen 15.00 Uhr und 22.00 Uhr war der Güterverkehr zwischen Homburg (Saar) Hbf und Einsiedlerhof komplett eingestellt, um die Strecke für die notwendigen Reparaturmaßnahmen freizuhalten. Ab 22.00 Uhr wurde der Güterverkehr langsam wieder aufgenommen, bis er sich am späten Samstagabend normalisiert hatte.
Ab 15.30 Uhr wurde entschieden, den Verkehr der Linie RE 60 wieder bis Kaiserslautern Hbf bzw. ab Kaiserslautern Hbf aufzunehmen. Erster Zug war RE 12157 Saarbrücken Hbf - Kaiserslautern Hbf; dieser erreichte Kaiserslautern Hbf jedoch mit ca. 20-minütiger Verspätung. Die Rückfahrt RE 12156 Kaiserslautern Hbf - Saarbrücken Hbf verkehrte dementsprechend mit hoher Folgeverspätung (bis zu 45 min im Maximum). Aus diesem Grund verkehrte abweichend RE 12159 Merzig (Saar) - Kaiserslautern Hbf und die dazugehörige Rückleistung RE 12158 Kaiserslautern Hbf - Trier Hbf nur bis Landstuhl, um weitere Verspätungen und Störungen der Zugfolge zu vermeiden. Ab RE 12161 Saarbrücken Hbf - Kaiserslautern Hbf wieder durchgehender Verkehr der Linie RE60 bis Kaiserslautern Hbf. RE 12161 wurde hierzu ab Saarbrücken Hbf, aufgrund der hohen Eingangsverspätung der Vorleistung 12156, neu eingesetzt. RE 12160 Kaiserslautern Hbf - Saarbrücken Hbf verkehrte mit +15 Minuten.
In der Nacht vom 30.11. auf den 01.12.2012 wurde der Verkehr im betroffenen Streckenabschnitt nach normalem Fahrplan, aber dennoch mit Befehlsaufnahme in Landstuhl bzw. Einsiedlerhof, durchgeführt. Hier kam es zu Verspätungen von bis zu 15 Minuten.

Am 01.12.2012 verkehrten die Züge der Linie RE60 bis Kaiserslautern Hbf, aber mit Verspätungen. Auch im Fernverkehr waren Verspätungen bis zu 20 Minuten zu beobachten. Eine Ausnahme stellt hier der Zeitraum zwischen 06.30 Uhr und 07.45 Uhr dar. Hier kam es bei RE 12137 Saarbrücken Hbf - Kaiserslautern Hbf zu hoher Eingangsverspätung, was eine entsprechend hohe Folgeverspätung bei der Folgeleistung RE 12138 Kaiserslautern Hbf - Merzig (Saar) zur Folge hatte (45 min). Hierdurch verspätete sich auch ICE 9558 Frankfurt (Main) Hbf - Paris Est um 30 Minuten. Grund für diese hohen Verspätungen war eine zusätzliche Signalstörung im Bereich des Bahnhofes Landstuhl, die ebenfalls eine Fahrt auf Befehl erforderlich machte. Diese Befehle mussten neu aufgenommen werden.
Aufgrund der am Morgen durch diese Störung verursachten Verspätungen wurde entschieden, RE 12147 Saarbrücken Hbf - Kaiserslautern Hbf vorzeitig in Landstuhl auf die Folgeleistung RE 12144 Kaiserslautern Hbf - Saarbrücken Hbf zu wenden, die gleiche Verfahrensweise wurde auch beim eine Stunde zuvor verkehrenden Zugpaar angewendet. Bei RE 12147/12144 wurde der Bruch in Landstuhl erst kurzfristig nach Einfahrt des Zugesentschieden, sodass der Zug in Gleis 1 (durchgehendes Hauptgleis in Richtung Kindsbach) wenden musste. Die Ausfahrt erfolgte demnach im Gegengleis bis zur Üst Neubauer Hübel (fehlende Weiche in Landstuhl). Bis zum Mittag normalisierte sich die Lage wieder, sodass ab ca. 12.30 Uhr in Landstuhl wieder mit normalem Signalbetrieb gefahren werden konnte. Im Bereich Kindsbach/Einsiedlerhof kam es jedoch weiterhin zu Verzögerungen durch Fahren auf Befehl. Gegen 16.00 Uhr war die Störung komplett behoben, sodass ein normaler Verkehr ohne Befehle möglich war. Die Störung wurde um 18.25 Uhr für beendet erklärt.