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Die Kursbuchstrecke 670 - Betrieb -- Betriebliche Besonderheiten: Störungen und Behinderungen vor 2000

Im Folgenden werden verschiedene betriebliche Besonderheiten, wie z.B. Streckensperrungen oder technische Störungen inklusive ihrer Folgen aufgelistet. Die Auflistung ist nicht vollständig und dient lediglich der Dokumentation des Betriebsgeschehens auf den heutigen Kursbuchstrecken 670, 674 und 683 sowie auf der bis 1991 in Betrieb befindlichen Strecke Homburg (Saar) Hbf - Einöd (Saar) als Teil der Strecke Homburg (Saar) Hbf - Bierbach - St Ingbert - Saarbrücken Hbf. Dargestellt ist der Zeitraum vor 2000 in aufsteigender Sortierung. In aller Regel stellt die erste angegebene Uhrzeit den Ereigniszeitpunkt dar.

Datum Zeit Ort/Streckenabschnitt Art betroffener Zug
16.10.1968 23.40 Uhr - 00.00 Uhr Hauptstuhl; km 21,6
Zugentgleisung D 216 Frankfurt (Main) Hbf - Paris Est
  Auswirkungen/Einschränkungen/Ursache laut Abschlussbericht
  Ablauf: D 216 entgleist in einer auf Abzweig gelegten Weiche aufgrund überhöhter Geschwindigkeit.
Auswirkungen: Streckensperrung bis zum Folgetag, 24.00 Uhr, aufgrund der Aufräum- und Ermittlungsarbeiten.
Einschränkungen: Zugausfälle; Züge Richtung Kaiserslautern nur bis Homburg (Saar) Hbf, Züge Richtung Homburg (Saar) nur bis Kaiserslautern Hbf bzw. Landstuhl
Ursache: Manipulation einer Weiche durch Trennung der Verbindung zum Stellwerk und Fixierung in abweichender Lage. Der eine Stunden vorher verkehrende Schnellzug in die gleiche Richtung passierte die Unglücksstelle noch ohne besondere Vorkommnisse. Der Unfall konnte nie aufgeklärt werden.
Datum Zeit Ort/Streckenabschnitt Art betroffener Zug
17.10.1968 00.00 Uhr - 24.00 Uhr Hauptstuhl; km 21,6
Streckensperrung alle
  Auswirkungen/Einschränkungen/Ursache laut Abschlussbericht
  als Folge des Unfalls vom Vortag
Datum Zeit Ort/Streckenabschnitt Art betroffener Zug
28.06.1988 15.21 Uhr - 00.00 Uhr Hochspeyer; km 51,670
Zugentgleisung D 2754 Heidelberg Hbf - Saarbrücken Hbf
Gdg 57607 Saarbrücken Rbf - Mannheim Rbf
  Ablauf/Auswirkungen/Einschränkungen/Ursache laut Abschlussbericht
 
Ablauf/Auswirkungen/Ursache
Nach Verlassen des Heiligenbergtunnels prallt Gdg 57607 bei km 51,670 - km 51,680 auf abgerutschtes Erd- und Bauwerksmaterial der südlichen Stützmauer im östlichen Einschnitt des Heiligenbergtunnels. Der teilweise Mauereinsturz wurde kurz zuvor durch zu diesem Zeitpunkt abgehende, heftige Unwetter ausgelöst. Der Lokführer des Gdg 57607 löst 150 m vor der Bruchstelle eine Schnellbremsung aus. Der Zug trifft mit einer Restgeschwindigkeit von ca. 75 km/h auf das Hindernis und entgleist mit der Lok und den ersten drei Wagen in Richtung Gegengleis. Der Lokführer des gleichzeitig entgegenkommenden D 2754, Geschwindigkeit zu diesem Zeitpunkt ca. 113 km/h, bermerkt einen Spannungsabfall in der Oberleitung und vermutet als Grund einen Blitzschlag.
Im folgenden Moment stößt D 2754 mit der gerade im Lichtraum entgleisten Lok des Gdg 57607 zusammen. Beide Triebfahrzeuge treffen etwa mittig versetzt aufeinander, wobei 140 633 wegen Gesteinmaterials Schieflage besitzt. 110 104 rammt mit Front und Rahmen gegen 140 633 oberhalb der linken Rahmenseite, wodurch diese Lok dort auf gesamter Fahrzeuglänge aufgerissen wird. Beide Lokführer sind anschließend an ihren Bedienplätzen eingeklemmt.
110 104 entgleist mit ihrem folgenden Wagenzug nach rechts gegen die nördliche Stützmauer des Tunnels. Infolge der Deformationen kommt Gdg 57607 innerhalb von 130 m zum Stehen, der D 2754 auf einer Strecke von 120 m. Der erste m-Wagen des D-Zuges ist nach einem Drittel der Fahrzeuglänge eingeknickt und von den folgenden Wagen abgerissen. Der zweite bis vierte m-Wagen sind teilweise gegen den Güterzug gelehnt bzw. aufeinander aufgeritten. Die Gleise, Fahrleitung und Stützmauern sind in diesem Bereich erheblich beschädigt.

Einschränkungen/Folgen
Bei dem Unfall wurde ein Fahrgast getötet, zehn weitere wurden schwer-, 28 leichtverletzt (darunter auch die beiden Lokführer).
Beide Triebfahrzeuge erlitten Tototalschaden, ebenso (vermutlich) alle vier m-Wagen des D-Zuges und mindestens zwei der Schüttgutwagen des Güterzuges. Die Infrastruktur wurde erheblich beschädigt.
Die Fahrzeuge wurden in den Folgetagen des Unfalls geborgen, die Strecke wurde wieder instandgesetzt. Während der Bergung und der darauffolgenden Instandsetzung war die Strecke voll gesperrt, sämtliche Züge wurden im Rahmen der verfügbaren Kapazitäten über die Alsenztalbahn Kaiserslautern - Enkenbach - Hochspeyer mit Vorspann-Dieselloks oder weiträumig über das Nahe- bzw. Queichtal (ab Saarbrücken bzw. Rohrbach (Saar)) umgeleitet.
Die Reste von 110 104, 140 633 und einem der m-Wagen waren noch einige Zeit nach dem Unglück im Bahnhof Hochspeyer abgestellt. 110 104 wurde am 25. Oktober 1988 ausgemustert; 140 633 bereits am 21. Oktober 1988 und am gleichen Tag wie 110 104 (genaues Datum leider nicht bekannt) vor Ort in Hochspeyer zerlegt.
Datum Zeit Ort/Streckenabschnitt Art betroffener Zug
05.07.1995 17.03 Uhr - 19.45 Uhr Saarbrücken Hbf - Hauptstuhl Stromausfall alle, u.a. IR 360 Bregenz - Saarbrücken Hbf in Limbach
  Auswirkungen/Einschränkungen/Ursache laut Abschlussbericht
  Ablauf: Infolge eines Gewitters fällt in der BSZ Saarbrücken zunächst einer der zwei Stellrechner und ca. eine Dreiviertelstunde hiernach auch der zweite aus. Alle Signale fallen automatisch auf Rot, Weichen werden in ihrer derzeitigen Lage verriegelt.
Auswirkungen: Alle Züge werden zum sofortigen Anhalten aufgefordert, falls nicht schon durch Halt zeigende Signale geschehen. Die durch die BSZ ferngestellten Stellwerke in Scheidt (Saar), St Ingbert, Rohrbach (Saar), Kirkel und Limbach bei Homburg (Saar) werden nach und nach wieder örtlich mit Fahrdienstleitern besetzt, um den Zugverkehr wieder aufzunehmen. Bis dahin warten alle Züge an ihren Positionen. Die Strecke Homburg (Saar) Hbf - Bexbach ist von der Störung nicht betroffen.
Einschränkungen: Zwischen Saarbrücken Hbf und Homburg (Saar) Hbf sowie zwischen Rohrbach (Saar) und Bierbach (Saar) ist bis ca. 19.30 Uhr kein gesicherter Zugverkehr mehr möglich, alle Züge (Fern-, Regional-, Güterverkehr) fallen ersatzlos aus. Auf freier Strecke oder in Bahnhöfen gestoppte Züge verbleiben an dieser Position, bis durch die Ortsbesetzung der Stellwerke wieder Zugverkehr möglich ist. Ob Schienenersatzverkehr eingerichtet wurde, ist nicht bekannt.
Ursache: Stromausfall im Stadtgebiet Saarbrücken infolge eines Blitzscheinschlages während eines Gewitters
Datum Zeit Ort/Streckenabschnitt Art betroffener Zug
04.03.1996 ca. 9.00 Uhr - 24.00 Uhr Ludwigshafen-Mundenheim Zugentgleisung IR 2366 Ulm Hbf - Saarbrücken Hbf
  Auswirkungen/Einschränkungen/Ursache laut Abschlussbericht
  Ablauf: IR 2366 entgleist kurz nach der Abfahrt in Ludwigshafen (Rhein) Hbf im Bahnhofsbereich Mundenheim.
Auswirkungen: Sperrung des Abschnitts Ludwigshafen (Rhein) Hbf - Limburgerhof/Schifferstadt für mehrere Tage (Instandsetzung).
Einschränkungen: Züge Richtung Schifferstadt fallen ab Ludwigshafen (Rhein) Hbf aus, Züge in Richtung Ludwigshafen enden in Schifferstadt bzw. Limburgerhof.
Ursache: überhöhte Geschwindigkeit im Kurvenbereich
Datum Zeit Ort/Streckenabschnitt Art betroffener Zug
05.03.1996 00.00 Uhr - 24.00 Uhr Ludwigshafen (Rhein) Hbf - Limburgerhof Streckensperrung alle
  Auswirkungen/Einschränkungen/Ursache laut Abschlussbericht
  noch Auswirkungen vom Unfall am Vortag
Datum Zeit Ort/Streckenabschnitt Art betroffener Zug
06.03.1996 00.00 Uhr - 24.00 Uhr Ludwigshafen (Rhein) Hbf - Limburgerhof Streckensperrung alle
  Auswirkungen/Einschränkungen/Ursache laut Abschlussbericht
  noch Auswirkungen des Unfalls am 04.03.1996
Datum Zeit Ort/Streckenabschnitt Art betroffener Zug
21.10.1996 15.10 Uhr - 17.05 Uhr Neunkirchen (Saar) Hbf Zugentgleisung alle
  Auswirkungen/Einschränkungen/Ursache laut Abschlussbericht
  Ablauf: Bei Bauarbeiten im Bereich des Hauptbahnhofs Neunkirchen wird eine Fliegerbombe gefunden. Der Bahnhof wird daraufhin für Zug- und Publikumsverkehr gesperrt und abgeriegelt, die Entschärfung vorbereitet.
Auswirkungen: Neunkirchen (Saar) Hbf kann nicht mehr von Zügen angefahren werden.
Einschränkungen: Züge der Verbindung Homburg (Saar) Hbf - Neunkirchen (Saar) Hbf fallen aus, Züge der Verbindung Homburg (Saar) Hbf - Wemmetsweiler verkehren Richtung Neunkirchen nur bis Bexbach und fallen zwischen Wemmetsweiler und Neunkirchen (Saar) Hbf ersatzlos aus.
Ursache: Entschärfung einer bei Bauarbeiten gefundenen Fliegerbombe
Datum Zeit Ort/Streckenabschnitt Art betroffener Zug
18.11.1996 nachmittags/abends Homburg (Saar) Hbf - Saarbrücken Hbf Streckensperrung alle
  Auswirkungen/Einschränkungen/Ursache laut Abschlussbericht
  Ablauf: Die Strecke ist zwischen Homburg (Saar) Hbf und Saarbrücken Hbf für den Zugverkehr komplett gesperrt.
Auswirkungen: Kein Zugverkehr zwischen Homburg (Saar) Hbf und Saarbrücken Hbf möglich.
Einschränkungen: Umleitung aller Züge über Neunkirchen (Saar) Hbf.
Ursache: Bäume im Gleis infolge starken Windes
Datum Zeit Ort/Streckenabschnitt Art betroffener Zug
11.12.1998 06.33 Uhr - 07.45 Uhr Homburg (Saar) Hbf Streckensperrung alle
  Auswirkungen/Einschränkungen/Ursache laut Abschlussbericht
  Ablauf: Der Hauptbahnhof Homburg (Saar) wird für den Zug- und Publikumsverkehr komplett gesperrt, das Bahnhofsumfeld wird abgeriegelt.
Auswirkungen: Kein Zugverkehr in Homburg (Saar) Hbf möglich.
Einschränkungen: Züge der Richtung Saarbrücken Hbf - Homburg (Saar) Hbf wenden in St Ingbert, Züge der Richtung Kaiserslautern Hbf - Homburg (Saar) Hbf wenden in Landstuhl auf die Rückleistung.
Ursache: Bombendrohung; später als "falscher Alarm" herausgestellt