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Die Kursbuchstrecke 670 - Streckenverlauf

Stationen und Hochbauten der Strecke
LEGENDE: Bahnhöfe und Haltepunkte, Abzweige/Brücken, stillgelegt, Landesgrenzen, Tunnel, Sonstige
Km Art Name
0,00 Bahnhof Saarbrücken Hbf
2,70 Haltepunkt Saarbrücken Ost
5,10 Haltepunkt (Saarbrücken-) Schafbrücke
7,05 Haltepunkt Scheidt (Saar)
9,54 Haltepunkt Rentrisch
ehemalige Grenze Bayern/Preußen
12,54 Bahnhof St Ingbert
16,04 Bahnhof Rohrbach (Saar)
16,30 Abzweig Strecke nach Zweibrücken/Pirmasens
21,52 Haltepunkt Kirkel
26,29 Haltepunkt Limbach bei Homburg (Saar)
27,45 Abzweig Strecke nach Homburg (Saar) West, ehem. Zollbahnhof
28,40 Haltepunkt Homburg (Saar) West
30,80 Abzweig Bliestalbahn nach Reinheim
8,38 Bahnhof Homburg (Saar) Hbf
Km 8,38 = Km 31,10
13,41 Haltepunkt Eichelscheid
Landesgrenze Saarland/Rheinland-Pfalz
ehemalige Grenze Saargebiet/Saarprotektorat und Deutschland
18,63 Haltepunkt Bruchmühlbach-Miesau
22,67 Bahnhof Hauptstuhl
28,20 Abzweig Strecke nach Kusel
28,37 Bahnhof Landstuhl
31,84 Bahnhof Kindsbach
35,65 Bahnhof (Kaiserslautern -) Einsiedlerhof
36,15 Haltepunkt (Kaiserslautern -) Einsiedlerhof Einfahrbezirk
37,87 Haltepunkt (Kaiserslautern -) Einsiedlerhof Ausfahrbezirk
39,07 Haltepunkt (Kaiserslautern -) Vogelweh
40,23 Haltepunkt (Kaiserslautern -) Ausbesserungswerk
40,98 Haltepunkt (Kaiserslautern -) Kennelgarten
42,90 Abzweig Lautertalbahn, Biebermühlbahn
43,70 Bahnhof Kaiserslautern Hbf
  Tunnel Heiligenberg-Tunnel (1347 m)
54,24 Bahnhof Hochspeyer
54,35 Abzweig Alsenztalbahn nach Bad Münster am Stein
  Tunnel Franzosenwoog-Tunnel (79 m)
59,23 Haltepunkt Frankenstein (Pfalz)
  Tunnel Gipp-Tunnel (217 m)
  Tunnel Kehre-Tunnel (302 m)
  Tunnel Eisenkehl-Tunnel (65 m)
  Tunnel Köpfle-Tunnel (158 m)
59,23 Direktionsgrenze Saarbrücken - Karlsruhe
63,37 Bahnhof Weidenthal
  Tunnel Mainzer-Berg-Tunnel (212 m)
  Tunnel Schönberg-Langeck-Tunnel (366 m)
  Tunnel Retschbach-Tunnel (196 m)
  Tunnel Lichtensteiner-Kopf-Tunnel (92 m)
68,00 Haltepunkt Neidenfels
70,50 Abzweig Kuckusbähnel nach Elmstein (Museumsbahn)
70,75 Bahnhof Lambrecht (Pfalz)
  Tunnel Wolfsberg-Tunnel (320 m)
77,21 Bahnhof Neustadt (Weinstraße) Hbf
77,40 Abzweig Maximiliansbahn nach Wissembourg (F)/Karlsruhe
78,60 Haltepunkt Neustadt (Weinstraße)-Böbig
85,94 Haltepunkt Haßloch (Pfalz)
89,70 Haltepunkt Böhl-Iggelheim
94,00 Abzweig Strecke nach Speyer/Germersheim
94,45 Bahnhof Schifferstadt
98,44 Haltepunkt Limburgerhof
101,39 Haltepunkt Ludwigshafen (Rhein)-Rheingönheim
103,16 Haltepunkt Ludwigshafen (Rhein)-Mundenheim
105,00 Bahnhof Ludwigshafen (Rhein) Hbf
106,70 Bahnhof Ludwigshafen (Rhein) Mitte
106,80 Brücke Konrad-Adenauer-Brücke (Landesgrenze Rheinland-Pfalz/Baden-Württemberg)
107,90 Bahnhof Mannheim Hbf
Die Kursbuchstrecke 670 zählt heute zu den landschaftlich reizvollsten Strecken in Rheinland-Pfalz. Sie schlängelt sich zunächst - nach Verlassen des Startbahnhofs Saarbrücken - durch enge Kurven bis St Ingbert. Ab hier verläuft die Strecke eher gerade, als dass enge Kurven gemacht werden. Erst ab Hochspeyer beginnt der landschaftlich reizvollste Abschnitt der Strecke: Die Fahrt durch den Pfälzer Wald. Nach Neustadt folgen keine weiteren engen Kurven mehr auf dem Weg nach Mannheim. Machen wir uns nun auf die - virtuelle Reise - in Richtung Mannheim und erleben wir mit, wie ein Zug seine Verspätung aufholt.

Früh am Morgen haben wir uns aufgemacht, um rechtzeitig in Saarbrücken zu sein. Es ist ein nebliger Tag. Auf Gleis 3 wird auf dem Zugzielanzeiger bereits unser Zug angezeigt: RE 4093 von Koblenz Hbf nach Mannheim Hbf, Abfahrt um 9.40 Uhr. Für die Fahrt von Saarbrücken nach Mannheim benötigt unser Zug anderthalb Stunden.

Um 9.43 Uhr rollt 110 295 mit leichter Verspätung ein. Nach einem schnellen Lokpersonalwechsel verlassen wir Saarbrücken Hbf mit 60 km/h. Der Zugbegleiter begrüßt die zugestiegenen Fahrgäste. Allmählich gewinnt unser Zug wieder an Fahrt, schließlich haben wir Verspätung. Mit schnellen 90 km/h durchfahren wir ohne Halt Saarbrücken Ost; einige Reisende warten auf dem Bahnsteig auf eine Regionalbahn in die Gegenrichtung. Bereits kurz nach der Durchfahrt rauschen wir durch Schafbrücke - nur drei Kilometer weiter liegt bereits der Haltepunkt Scheidt (Saar). Durch die auf diesem Abschnitt vorhandenen engen Kurven - flankiert durch Berge, bewachsen mit dichtem Wald - benötigen wir für die kurze Fahrt zwei min - bei kerzengerader Strecke wäre es nur eine. Langsam beschleunigt unser Zug auf 100 km/h, während wir auf Rentrisch zufahren. Auch hier hält unser Zug nicht. Kurz nach der Durchfahrt werden wir wieder langsamer - die Bahnhofseinfahrt St Ingbert steht bevor. Wir unterqueren die Rentrischer Brücke - sie hebt eine Verbindungsstraße nach Saarbrücken von der Bahnstrecke empor. In St Ingbert unser erster Zwischenhalt - im dichten Nebel erkennen wir bereits erste schwache Konturen des Bahnsteigs. Nur wenige Fahrgäste steigen hier zu.

Mit zwei Minuten Verspätung verlassen wir den Bahnhof - und nehmen zusehends an Fahrt auf; 120 km/h sind jetzt erlaubt. Durch den dichten Nebel ist die Mittelstadt St Ingbert nur ganz schwach zu sehen - schon verschwinden wir in einem kurzen Waldstück, unser Zug darf mittlerweile seine Höchstgeschwindigkeit von 140 km/h voll ausfahren. Nach einer kurzen Rechtskurve durchfahren wir Rohrbach (Saar) ohne Halt. Nach einer etwas holprigen Fahrt über die Weichen dieses Bahnhofs befinden wir uns wieder innerhalb eines Waldstücks.

Nach einer kurzen, aber scharfen Linkskurve befahren wir die Linienbegradigung Kirkel/Geistkircher Hof. Unser Zug bremst ab und kommt vor einem Signal fast zum Stehen. Durch den Nebel kommt etwas Weißes auf dem Gegengleis auf uns zu - ICE 1646 aus Frankfurt (Main) Hbf rauscht an uns vorbei seinem Ziel Saarbrücken Hbf entgegen. Durch den eingleisigen Betrieb, der zur Zeit auf dem Abschnitt Kirkel - Homburg (Saar) herrscht, wären wir beinahe zum Halten gekommen. Unser Lokführer beschleunigt den Zug flott in Richtung des Haltepunkts Kirkel, den wir bereits wieder mit guten 140 km/h durchfahren. Nach einer Linkskurve erreichen wir einen kerzengeraden Streckenabschnitt, der uns - flankiert in Fahrtrichtung rechts durch Wald, in Fahrtrichtung links durch eine weiträumige Sicht auf Wald und Felder - nach Limbach bei Homburg (Saar) bringt. Den zur Zeit im Umbau befindlichen Haltepunkt durchfahren wir mit 120 km/h. Nach einer langen Rechtskurve und einer kurzen Linkskurve kommen wir auf die Zielgerade für unseren zweiten Zwischenstopp in Homburg (Saar) Hbf. Bei einem Blick nach links erkennen wir eine ehemalige zweigleisige Abzweigung: Sie war einst die Einfahrt in den Zollbahnhof Homburg (Saar), welcher jedoch nach dem Zweiten Weltkrieg erheblich an Bedeutung verlor. Einige hundert Meter weiter befand sich der dazugehörige Personenhaltepunkt Homburg (Saar) West. Er wurde vorrangig von Arbeitern genutzt, die im Zollbahnhof stationiert waren. Mit nachlassender Bedeutung des Zollbahnhofs wurde der Haltepunkt schließlich Ende der 1960er Jahre stillgelegt.

Nach der Durchfahrt der stark überhöhten Linkskurve in der Einfahrt - die Überhöhung ermöglicht eine Geschwindigkeit von 110 km/h - rumpeln wir über das Gleisvorfeld und die Weichen und erreichen Homburg (Saar) Hbf mit nur noch einer Minute Verspätung. Nach dem Zustieg vieler Fahrgäste gewinnt unser Zug nach der Abfahrt schnell wieder an Fahrt - der vor uns liegende Abschnitt bis zum Haltepunkt Bruchmühlbach-Miesau verläuft fast kerzengerade. Dabei durchfahren wir kurz nach Homburg (Saar) Hbf auch die ehemalige Blockstelle Eichelscheid, welche einst sogar mit einem eigenen Haltepunkt ausgerüstet war, welcher hauptsächlich durch die Einwohner des rheinlandpfälzischen Bechhofen genutzt wurde. Auch er wurde Ende der 1960er Jahre stillgelegt; einige Mauern sind heute noch erkennbar. Die Blockstelle selbst fiel mit der Errichtung neuer Lichtsignale in den 1960er Jahren, ebenso wie der zu ihr gehörende Bahnübergang.

Nach kurzer und schneller Fahrt bremst unser Zug wieder ab: Ein rotes Signal zwingt ihn zum Halt. Auch hier ist die Strecke wieder nur eingleisig befahrbar - das Streckengleis in Fahrtrichtung Homburg (Saar) Hbf ist wegen dringender Gleisbauarbeiten gesperrt, also muss der uns entgegenkommende Güterzug erst unser Gleis verlassen, bevor wir weiterfahren können. Kurz vorm Anhalten springt unser Signal auf Grün - und wir können wieder beschleunigen. Schnell gewinnen wir wieder an Fahrt und rauschen auf den Haltepunkt Bruchmühlbach-Miesau zu, doch schon wieder muss unser Mann auf der Lok das Bremsventil betätigen: Auch hier zeigt unser Signal wieder Rot, ein Güterzug blockiert unser Gleis. Diesmal kommen wir zum Halt.

Nach bereits nur wenigen Sekunden Halt kommt uns der Güterzug entgegen und kurz darauf ist auch für uns wieder grünes Licht.Mit etwa 100 km/h durchfahren wir den Haltepunkt Bruchmühlbach-Miesau, in dessen Umfeld mit Hochdruck an der Linienverbesserung für das Schnellfahrstrecken-Projekt POS Nord gearbeitet wird. Nach einer langen Linkskurve kommen wir auf einen Streckenabschnitt, der rechts und links von Feldern flankiert ist - nur vereinzelt ziehen Häuser vorbei. In der Ferne erkennt man die seit Bruchmühlbach-Miesau mehr oder weniger parallel zur Bahnlinie verlaufende Bundesautobahn 6. Wir passieren ländliche Gebiete. Nach zwei Minuten Fahrt rauschen wir mit vollen 140 km/h durch den Haltepunkt Hauptstuhl. Kurz danach säumen rechts und links der Strecke wieder Felder unseren Weg; dazwischen schlängelt sich unsere Strecke, in Fahrtrichtung rechts parallel dazu - jedoch mit einigen Kurven mehr - die bekannte Kaiserstraße (B 40). Auch die A 62 wird unterfahren - eine hohe Brücke führt sie über die Strecke hinweg. Nach nur zwei weiteren Minuten Fahrt erreichen wir unseren dritten Zwischenhalt Landstuhl.

Nach kurzem Halt verlassen wir den Bahnhof wieder, dieses Mal pünktlich. Wir beschleunigen auf 140 km/h und rauschen in Richtung Kaiserslautern - nur leichte Kurven säumen diesen Streckenabschnitt, auf unsere Geschwindigkeit haben sie keinen Einfluss. In kurzem Abstand folgt die Durchfahrt der Haltepunkte bzw. Bahnhöfe Kindsbach, Einsiedlerhof, Einsiedlerhof Einfahrbezirk, Einsiedlerhof Ausfahrbezirk (beide mittlerweile stillgelegt, siehe Die Betriebsstelle Einsiedlerhof), Vogelweh, Ausbesserungswerk - mittlerweile nicht mehr in öffentlichem Betrieb - und Kennelgarten, bevor unser Zug langsam abbremst: Wir erreichen unseren vierten Zwischenhalt auf unserer Fahrt nach Mannheim - Kaiserslautern Hbf. Die Einfahrt ist hier nur mit 100 km/h erlaubt, eine Linkskurve erlaubt keine höhere Geschwindigkeit. Zusammen mit den Strecken aus Pirmasens und Lauterecken-Grumbach passieren wir das Einfahrsignal.

Nach zwei Minuten Aufenthalt geht unsere Fahrt weiter - wir beschleunigen zunächst noch auf 140 km/h und tauchen ein in den tiefen Pfälzer Wald - schwach schimmert die Sonne durch die Nebelwand vor unserem Zug. Nach wenigen Minuten Fahrt durchqueren wir den Heiligenstein-Tunnel - der erste Tunnel auf dem Abschnitt durch den Pfälzer Wald. Kurz nach der Ausfahrt bietet sich uns in einer langen Linkskurve ein leicht erhöhter Blick auf das Dorf Hochspeyer, dessen Bahnhof wir kurz danach durchfahren. Nun beginnt der interessanteste Abschnitt der Strecke: Die Fahrt durch den Pfälzer Wald, parallel dazu immer die Bundesstraße nach Neustadt.

Nach Durchfahrt des Bahnhofs Hochspeyer rauschen wir mit gemütlichen 90 km/h durch den zweitkürzesten Tunnel der Strecke, den Franzosenwoog-Tunnel. Danach erreichen wir - nach kurzer Fahrt - den Haltepunkt Frankenstein (Pfalz).

Mit langsamen 80 km/h fahren wir unmittelbar nach der Durchfahrt in den 217 m langen Gipp-Tunnel ein - dieser Tunnel leitet den tunnelreichsten Abschnitt der KBS 670 ein: Zwischen Frankenstein (Pfalz) und Weidenthal führt die Fahrt überwiegend durch Tunnel. Nach der Durchfahrt führt uns die Strecke durch ein enges Tal des Pfälzer Waldes - in einer langen und steilen Linkskurve erhaschen wir einen Blick auf unsere Zuglok 110 295 und die schwach durch den dichten Nebel scheinende Sonne. Nach der Durchfahrt erreichen wir in den Kehre-Tunnel, einen Tunnel mit einer für die Strecke durchschnittlichen Länge von 302 Metern. Danach fahren wir ein in den mit 65 Metern kürzesten Tunnel der Strecke, den Eisenkehl-Tunnel; er bietet ein schönes Motiv für Foto- und Videofreunde. Kurz danach durchfahren wir den Köpfle-Tunnel und erreichen bald darauf Weidenthal - ein Dorf im Pfälzer Wald mit einem Bahnhof, welcher eine von drei Überholmöglichkeiten zwischen Kaiserslautern Hbf und Neustadt (Weinstraße) Hbf darstellt. Den mittlerweile in einer kleinen Kurve liegenden Haltepunkt - vor etwa zehn Jahren lag er noch etwa 500 Meter weiter östlich - durchfahren wir mit guten 80 km/h, bevor wir wieder im Mainzer-Berg-Tunnel von der Dunkelheit verschluckt werden. Kaum werden wir von ihm wieder ausgespuckt, fahren wir nach einer kurzen Fahrt unter Tageslicht in den Schönberg-Langeck-Tunnel ein. Nachdem wir diesen verlassen haben, fahren wir in den 196 Meter langen Retschbach-Tunnel in die Dunkelheit und kommen wenige Sekunden vor der Einfahrt in den Lichtensteiner-Kopf-Tunnel wieder heraus. Die etwas monoton wirkende Abfolge an Tunneln auf diesem Teilabschnitt zeugt keineswegs von einem schlechten Schreibstil, sondern gibt die Realität wider: Es folgt zwischen Weidenthal und Neidenfels ein Tunnel dem anderen. Wir erreichen nun Neidenfels.

Der knapp drei Kilometer lange Abschnitt nach Lambrecht (Pfalz) ist nicht durch Tunnel gekennzeichnet, dafür führt er uns aber die Schönheit des Pfälzer Waldes vor Augen. Nach der Durchfahrt erreichen wir den letzten Tunnel der Strecke - den 320 Meter langen Wolfsberg-Tunnel, bevor wir nach knappen fünf Minuten Fahrt unseren fünften Zwischenhalt Neustadt (Weinstraße) Hbf erreichen.

Nach Verlassen der Haardtstadt kann unsere Zuglok zeigen, was in ihr steckt: Nach zunächst langsamer Fahrt unter dem ehemaligen Stellwerk - ein Reiterstellwerk - hindurch erreichen wir zunächst Neustadt-Böbig, ein Bahnhof, welcher auch Start- und Zielpunkt diverser Güterzüge ist. Während der Schulzeit dient diese Station hauptsächlich dem Schülerverkehr; dieser war und ist nach wie vor Hauptgrund für die Errichtung des Bahnhofes in den 1980ern. Nach der Durchfahrt lässt unser Lokführer seine Maschine von der Leine: Wir beschleunigen auf volle 140 km/h und rauschen in voller Fahrt durch den S-Bahn-Haltepunkt Haßloch (Pfalz), bevor wir fünf Kilometer weiter Böhl-Iggelheim durchfahren. Zwischen diesen beiden Haltepunkten bietet sich stellenweise ein grandioser Blick auf die typischen rheinischen Tiefebenen, gesäumt mit Weinbergen und Feldwegen, nicht zuletzt ermöglicht durch die kerzengerade Streckenführung, die bereits kurz hinter Neustadt-Böbig beginnt und erst kurz hinter Böhl-Iggelheim endet: Streckt man seinen Kopf aus dem Fenster, so kann man von Haßloch (Pfalz) aus bereits - mit etwas geschultem Blick - den Haltepunkt Böhl-Iggelheim und die kurz darauf folgende Ausfädelung der Schifferstädter Umgehung erkennen.

Diese erreichen wir auch sogleich: Kurz nach der Durchfahrt in Böhl-Iggelheim zweigen in Fahrtrichtung rechts von uns zwei Gleise ab: Wir haben die Altbaustrecke verlassen und bewegen uns nun auf der aus zwei Linksbögen und zwei längeren geradenen Abschnitten bestehenden Umfahrung des Bahnhofs Schifferstadt, den wir im immer dichter werdenden Nebel nur erahnen können. In Höhe des S-Bahn-Haltepunkts Limburgerhof treffen wir wieder auf die Altbaustrecke, die sich ab dieser von Lärmschutzwänden flankierten Stelle wieder mit unserer Umfahrung vereinigt. Auf der nun auch wieder von S-Bahnen befahrenen Strecke rauschen wir Ludwigshafen-Rheingönheim, nur eine Minute später erreichen wir Ludwigshafen-Mundenheim. Diesen Bahnhof passieren wir bereits mit leicht verminderter Geschwindigkeit. Schon kurz nach Passieren seines Ausfahrsignals kommen wir an der Einfahrt des Bahnbetriebswerks Ludwigshafen (Rhein) vorbei - hier sind unter anderem die Triebzüge der S-Bahn RheinNeckar stationiert. Gleichzeitig wird diese Verbindung auch von Güterzügen genutzt, die in Ludwigshafen (Rhein) Hbf auf ihrem Weg in Richtung Neustadt (Weinstraße) Hbf einen Zwischenstopp einlegen. Mit 70 km/h durchfahren wir ohne Halt Ludwigshafen (Rhein) Hbf. Durch eine kleine Auffahrt gelangen wir auf die Hochebene des Hauptbahnhofs - hier vereinigt sich die KBS 670 mit der Strecke aus Mainz Hbf. Nach einer kurzen Linkskurve erreichen wir den erst 2003 in Betrieb genommenen Haltepunkt Ludwigshafen (Rhein) Mitte. Mit langsamer Geschwindigkeit befahren wir die Rheinbrücke und überqueren neben dem Rhein auch die Landesgrenze zwischen Rheinland-Pfalz und Badem-Württemberg. Der Zugbegleiter zählt die nächsten Reisemöglichkeiten auf und verabschiedet sich von uns, bevor wir - nachdem wir von der Rheinbrücke wieder leicht bergab gerollt sind - um 11.11 Uhr mit einer Minute Verspätung auf Gleis 5 in Mannheim Hbf einfahren.

Nach der Ankunft zieht 110 295 ihren Zug in die Abstellanlage, wo er gereinigt und für die Rückfahrt um 12.48 Uhr nach Saarbrücken vorbereitet wird.
Vorlage für diesen Fahrtbericht ist eine Fahrt mit RE 4093 (Koblenz Hbf - Mannheim Hbf) vom 20. Februar 2007 mit der Zuglok 110 295. Mittlerweile heißt der Zug RE 4272 und wird mit Lokomotiven der Baureihen 111 oder 143 bespannt, eingesetzt wird dabei modernes Wagenmaterial in Form von Doppelstockwagen.

Die Streckenkilometrierung der KBS 670
Beim Betrachten der obigen Streckenverlaufstabelle fällt ein Bruch in der Streckenkilometrierung in Homburg (Saar) Hbf auf.
Der Grund dafür liegt darin, dass die Strecke nicht komplett von Anfang an in Saarbrücken Hbf begann und auf direktem Wege nach Mannheim Hbf führte. Unmittelbar nach der Fertigstellung gelange man über die Strecke von Rheinschanze - dem heutigen Ludwigshafen - ins saarländische Bexbach. Dort begann auch die Kilometrierung und erreichte somit im Ausfahrbereich Homburg (Saar) Hbf den Wert 8,8. Die Station Homburg (Saar) Hbf selbst lag bei Kilometer 8,3. Der Streckenabschnitt Saarbrücken Hbf - Homburg (Saar) Hbf wurde erst einige Jahre später in Betrieb genommen und erhielt eine eigene Kilometrierung.
Die Gesamtlänge der Strecke Saarbrücken Hbf - Ludwigshafen (Rhein) Hbf errechnet sich also durch Addition der Länge der Strecke Saarbrücken Hbf - Homburg (Saar) Hbf, dies sind 31,3 Kilometer, zur Länge der Strecke Ludwigshafen (Rhein) Hbf - Homburg (Saar) Hbf. Man erhält dann einen Wert von 127,7 Kilometern. Die Länge der Strecke Saarbrücken Hbf - Mannheim Hbf ergibt sich nun durch Addition der Streckenlänge Homburg (Saar) Hbf - Ludwigshafen (Rhein) Hbf und der Streckenlänge Ludwigshafen (Rhein) Hbf - Mannheim Hbf. So ergibt sich letztlich eine Gesamtlänge von ungefähr 128 Kilometern, was aufgerundet 130 Kilometern entspricht.