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Außerbetriebnahme der Spessartrampe Laufach – Heigenbrücken

Über einen Zeitraum von mehreren Jahrzehnten wurde ein Ersatz der stark befahrenen Spessartrampe zwischen Laufach und Heigenbrücken durch eine Neubaustrecke mit geringerer Steigung und überwiegendem Verlauf in der Ebene diskutiert. 2006 entschied letztlich das Bundesverkehrsministerium die komplette Neutrassierung zwischen Laufach und Heigenbrücken. Die Bauarbeiten begannen nach erfolgter Ausschreibung im Juli 2013. Weitere Einzelheiten zur Spessartrampe sowie zum Neubauprojekt finden sich bei Wikipedia oder auf weiteren einschlägigen Internetseiten.

Nach knapp vierjähriger Bauzeit sollte die Spessartrampe am 15. Juni 2017, 12.00 Uhr, außer Betrieb genommen werden. Bis etwa 12.00 Uhr sollte dabei normaler Betrieb stattfinden, während Mittag, Nachmittag und die folgenden Tage für die Bauarbeiter reserviert waren.
Dieser Tag war jedoch nicht nur zufällig ausgewählt, denn auf ihn entfiel in diesem Jahr Fronleichnam, welcher in Bayern ein landesweiter Feiertag ist. Dies ermöglichte die Freisetzung von dreieinhalb Tagen (Donnerstagnachmittag, Freitag, Samstag und Sonntag) zur Fertigstellung der Anbindung der Neubaustrecke an die Bestandstrassen in Laufach bzw. Heigenbrücken.
Nachfolgend finden sich sowohl ein Bericht von diesem Tag, der die Ereignisse aus persönlicher Sicht in chronologischer Reihenfolge aufführt, sowie Vergleichsaufnahmen der Zustände vor und nach der Außerbetriebnahme.


Ein subjektiver Erlebnisbericht

Am Dienstag und Mittwoch, dem 13. bzw. 14. Juni 2017, schien es, als würde sämtlicher Güterverkehr in Richtung Süddeutschland über die Strecke geleitet, um den Fotografen die Möglichkeit für zahlreiche Aufnahmen zu geben. So beschreiben jedenfalls einige der am letzten Betriebstag anwesenden Fotografen ihre Eindrücke. Gleichzeitig wurden nahezu alle DB-Güterzüge nachgeschoben, auch wenn dies nicht immer betrieblich notwendig war. Auch am letzten Betriebstag wurde dies noch so gehandhabt. Der hohe Schiebebetrieb führte dazu, dass das Ausweichgleis in Heigenbrücken West, welches die Schiebeloks vor einer Rückkehr nach Laufach als Wartegleis nutzen konnten, fast täglich genutzt wurde. In den gesamten Betriebsjahren zuvor kam dies oft nur zwei- bis dreimal im Monat vor.
Gleichzeitig berichtete die Lokalpresse, dass der 14. Juni 2017 der endgültig letzte Betriebstag der Spessartrampe sei. Diese Meinung hielt sich auch bei zahlreichen Eisenbahnfreunden hartnäckig, obwohl die Baustelleninformationen sowie die Informationsmedien der Deutschen Bahn AG entsprechend Gegenteiliges verlautbarten. Dies führte dazu, dass Dienstag und Mittwoch vor Fronleichnam zeitweise bis zu 50 Fotografen an einem der einschlägigen Fotopunkte versammelt waren, wie andere Fotografen am Tag der Außerbetriebnahme berichten. Dagegen war am letzten Betriebstag der Andrang vergleichsweise gering. Insbesondere verteilten sich die Anwesenden hierbei großzügiger auf die Gesamtlänge des betroffenen Streckenabschnitts.
Auf den folgenden Fotos ist es oft nur erkennbar, wenn man es weiß: Zahlreiche Lokführer, die an diesem Tag ebenfalls letztmals in ihrer Laufbahn die Spessartrampe befuhren, hatten eine Kamera auf dem Beimannplatz oder dem Führerpult positioniert, um die letzte Fahrt zu dokumentieren – völlig gleich, ob bergauf oder bergab. Viele der Lok- und Zugpersonale grüßten die an der Strecke und auf den Bahnhöfen stehenden Fotografen und Schaulustigen mit optischen und akustischen Signalen, sodass stellenweise beinahe so etwas wie Volksfeststimmung aufkam.
Die nachfolgende Beschreibung schildert den letzten Betriebstag an der Strecke und ist eher als Erzählung denn als amtsnüchterner Bericht zu sehen. Zur Veranschaulichung sind einige der an diesem Tag entstandenen Fotos eingebunden. Hierbei steht jedoch ausschließlich der dokumentarische Zweck im Vordergrund. Die Aufnahmen lassen sich durch Anklicken vergrößern.

Der Tag beginnt um 04.50 Uhr in Aschaffenburg Hbf. Die Fahrt soll mit dem ersten Zug des Tages, RE 4591 von Aschaffenburg Hbf nach Würzburg Hbf, nach Laufach führen. Von dort soll eine Wanderung entlang der Strecke bis Heigenbrücken erfolgen, wo schließlich der letzten Zugfahrten auf der Strecke beigewohnt werden soll.
RE 4591 steht schon bereit, allerdings nicht – wie vorgesehen – auf Gleis 7, sondern auf dem Hausbahnsteig, Gleis 2. Auf Gleis 1 wartet bereits die Garnitur für RE 4593 nach Bamberg, welcher etwa eine Stunde später nach RE 4591 abfahren und dessen Rückleistung der letzte, in Heigenbrücken haltende Personenzug sein wird. Die Zeit bis zur Abfahrt müssen die wenigen Reisenden an diesem Morgen auf dem Bahnsteig verbringen – u. a. auch deshalb, weil der Lokführer noch mit Vorbereitungsarbeiten beschäftigt ist und infolgedessen die Türen noch verriegelt sind. Aus Richtung Würzburg Hbf kommend fährt wenige Minuten später eine verkehrsrote 120 – später sollte sie sich als 120 204 erweisen – mit einer Reihe Wagen des Charterdienstleisters Bahntouristik-Express den Bahnhof in Richtung Hanau Hbf. Im Blockabstand danach, etwa gegen 04.55 Uhr, rollt eine ÖBB-Lok der Baureihe 1116 mit dem verspäteten EN 490 von Wien Hbf nach Düsseldorf Hbf (mit Kurswagen aus Innsbruck Hbf) durch den Bahnhof. Planmäßige Abfahrt in Würzburg Hbf wäre bereits um 03.19 Uhr gewesen; dies führt zu einer Verspätung von etwa 50 Minuten. Um 05.01 Uhr schließlich verlässt RE 4591, geschoben von 146 242, pünktlich den Aschaffenburger Bahnhof.

Laufach, 05.13 Uhr
Nach einer Fahrt in den Sonnenaufgang und einem kurzen Halt in Hösbach erreicht der Zug pünktlich den Bahnhof Laufach. Die Uhr zeigt 05.09 Uhr – noch etwas mehr als sechseinhalb Stunden bis zur Außerbetriebnahme. Für den Schiebedienst sind an diesem Tag 151 012 und 151 164 eingeteilt, die im Bahnhofsbereich gerade für die erste Schubleistung des Tages vorbereitet werden. Die Aufnahme der beiden Maschinen entstand um 05.13 Uhr.

Zunächst führt der Weg jedoch entgegen der eigentlichen Richtung an die Aschaffenburger Einfahrt. Hier sollte ICE 827 von Köln Hbf nach München Hbf aufgenommen werden, der trotz Feiertag – jedoch nicht in Nordrhein-Westfalen! – verkehren sollte. Doch der Zug war an diesem Tag 90 Minuten verspätet.

Laufach, 05.21 Uhr
Stattdessen nähert sich die erste Schubleistung bei Tageslicht: 185 278 und eine Schwestermaschine haben einen Kohlezug Richtung Süddeutschland zu befördern. In Laufach werden die beiden Schubloks an den Zugschluss angesetzt, und gegen 05.30 Uhr geht die Fahrt über die Rampe weiter.

Die Schiebeloks waren stets an der westlichen Ausfahrt des Laufacher Bahnhofs abgestellt. Hier befand sich auch ein kleiner Aufenthaltsraum für die Lokführer.

Laufach, 05.29 Uhr
Bereits zu Beginn der Woche wurde das Stumpfgleis, an dem üblicherweise die Schiebeloks abgestellt sind, gesperrt, zum Baugleis erklärt und zur Vormontage neuer Weichen genutzt. Die Schiebeloks warteten deshalb im Bahnhofsbereich auf die nächsten Leistungen. Für die Lokführer durchaus vorteilhaft – der Weg zum Fahrdienstleiter für den neuesten Klatsch oder eine Tasse Kaffee war deutlich kürzer.

Die Außerbetriebsetzung der Spessartrampe mit anschließender Vollsperrung der Strecke zwischen Aschaffenburg Hbf und Lohr (Main) bzw. Partenstein führte dazu, dass sich einige Umläufe änderten und vereinzelt Sonderleistungen gefahren wurden, um am folgenden Werktag ab Aschaffenburg Hbf bzw. Frankfurt (Main) Hbf die benötigten Fahrzeuge zur Verfügung zu haben.

Laufach, 05.41 Uhr
Und so kommt es, dass 425 028 und 425 023 aus Richtung Gemünden (Main) leer nach Aschaffenburg Hbf überführt werden müssen. Normalerweise würden die beiden Einheiten am folgenden Werktag eine Regionalbahn von Gemünden (Main) nach Frankfurt (Main) Süd bilden, welche jedoch aufgrund der Bauarbeiten und der Streckensperrung erst in Aschaffenburg Hbf beginnen wird.

Nachdem abzusehen war, dass der eigentlich an dieser Stelle gewünschte ICE 827 so schnell nicht kommen würde, führte die Wanderung – vorbei am Laufacher Bahnhof – nach Laufach-Hain. Hierbei wurden die im Rahmen der Bauarbeiten verbreiterten und teilweise neu angelegten Feldwirtschaftswege genutzt.

Laufach-Hain, 06.08 Uhr
Auf den ersten Metern hinter dem Bahnhof Laufach verlaufen Neu- und Altbaustrecke noch weitestgehend parallel, jedoch auf unterschiedlichen Höhenniveaus. Auch hier sind die Vorbereitungen für die bevorstehende Inbetriebnahme schon deutlich zu erkennen.

Die Infrastruktur der Altbaustrecke wurde Anfang 2017 zum Teil bereits an einen Schrotthändler verkauft, der auch den Abbau übernehmen sollte. Die Gemeinde Laufach hat einen Teil des Streckenabschnitts zwischen Laufach und dem Schwarzkopftunnel erworben und will diesen für touristische Zwecke nutzen. Hierbei sollen einige Infrastrukturelemente wie Signale und Oberleitungsmasten erhalten bleiben. Aus diesem Grund wurden die zu erhaltenden Teile mit einem gelbgrünen „X“ markiert, während die abzubauenden Teile mit einem blauen „X“ markiert wurden (siehe auch die erste Aufnahme der beiden Schubloks in Laufach).

Laufach-Hain, 06.16 Uhr
Um sicherzustellen, dass tatsächlich nur die nicht mehr benötigten Teile abgebaut werden, wurden seitens der DB Netz AG und der Gemeinde Laufach zusätzliche Schilder und Kennzeichnungen an den zu erhaltenden Infrastrukturelementen angebracht. So zeigt exemplarisch diese Aufnahme ein solches Schild. Der Text ist auf der Aufnahme nicht vollständig zu sehen und lautet: „Keine Demontage! Oberleitungsmast bitte stehen lassen!“ Dass es sich hierbei jedoch um ein Vorsignal und nicht um einen Oberleitungsmasten handelt, sei den ausführenden Stellen an dieser Stelle verziehen.

Nach einem weiteren Fußmarsch durch die noch angenehm kühle Morgenluft taucht gegen 06.35 Uhr – weniger als fünfeinhalb Stunden bis zur Stilllegung – das ehemalige Blockwärterhaus Hain hinter den mit dichtem Laub behangenen Bäumen auf. Eine Handvoll anderer Fotografen hat sich hier ebenfalls aufgestellt. An dieser Stelle sollten der bergab fahrende IC 2028 nach Kiel Hbf und der bergwärts fahrende ICE 21 nach Wien Hbf aufgenommen werden. Bereits auf dem Weg zu diesem Punkt konnte ein verspäteter ICE durch die Bäume auf seiner Fahrt Richtung Würzburg Hbf erspähen.

Laufach-Hain, 06.55 Uhr
Gegen 06.48 Uhr rollt zunächst ein Güterzug die Rampe hinab, der jedoch nicht fotografisch festgehalten wurde. Um 06.55 Uhr eilt schließlich 101 073 mit IC 2028 von Nürnberg Hbf nach Kiel Hbf dem nächsten Halt Aschaffenburg Hbf entgegen.

Wenige Augenblicke später kündigte sich bereits ein weiterer bergwärts fahrender Zug an.

Laufach-Hain, 06.58 Uhr
Der aus 411 058 „Falkenberg (Elster)“ gebildete ICE 21 von Frankfurt (Main) Hbf nach Wien Hbf kommt die Steigungsstrecke empor und passiert dabei die zahlreich vertretenen und bestens ausgerüsteten Fotografen an diesem Standpunkt. Diese erwidern gerade den optischen und akustischen Gruß des Lokführers.

In der folgenden Zugpause wird hektisch telefoniert – eine außerplanmäßige Schubleistung stehe in Kürze an. Der Zug sei bereits kurz vor Aschaffenburg und habe freie Fahrt bis Laufach. 151 012, so heißt es, stehe bereits fertig vorbereitet in Laufach und warte auf die Ankunft.

Laufach-Hain, 07.08 Uhr
Doch bevor die außerplanmäßige Schubleistung die Strecke passieren darf, muss erst noch der verspätete ICE 827 von Köln Hbf nach München Hbf die Blockabschnitte freifahren. Der fast zwei Stunden hinter dem Fahrplan fahrende Zug ist an diesem Tag aus 403 060 „Linz am Rhein“ gebildet. Er sollte eigentlich bei der Einfahrt in Laufach fotografiert werden, doch ein Personenunfall auf der Schnellfahrstrecke zwischen Köln Hbf und Frankfurt (Main) Flughafen mit anschließender Streckensperrung sollte dies verhindern.

Wenige Minuten später klingelt erneut das Handy eines der Anwesenden: Der bereits erwähnte Zug habe gerade Laufach verlassen und die letzte planmäßige Schubleistung sei bereits in Stockstadt (Main) – ein voller Kesselwagenzug, mit grüner Welle bis Laufach.

Laufach-Hain, 07.16 Uhr
Um 07.16 Uhr kommt jedoch zunächst 185 159 mit dem schon angekündigten gemischten Güterzug bergan, am Schluss unterstützt von 151 012. Der Lokführer der führenden 185 grüßt die anwesenden Fotografen, wie auf dem Foto deutlich zu erkennen ist.

Die Schublok wurde mit einem Plakat versehen, das auf die bevorstehende Stilllegung der Strecke hinweist.
Während 151 012 in Heigenbrücken West auf die Rückkehr ins Tal wartet, kündigt sich aus Richtung Laufach bereits der nächste bergwärts fahrende Zug an. Diese sollte eine besondere sein, die auch auf der Spessartstrecke nie alltäglich war.

Laufach-Hain, 07.21 Uhr
101 040 schleppt den defekten Triebzug 403 033 „Goslar“ bergan. In den letzten Stunden des regulären Betriebs auf diesem Streckenabschnitt will man den Fotografen noch einiges bieten – diesen Eindruck könnte jedenfalls ein unbeteiligter Außenstehender gewinnen.

Alle Anwesenden warten gespannt auf die Rückkehr der Schublok nach Laufach, doch die wurde in Heigenbrücken West erst einmal „auf den Rand“ genommen, um nachfolgende Züge passieren zu lassen. In der so entstehenden Zugpause wird lebhaft über den Sinn und Unsinn der Neubaustrecke diskutiert. Einer der anwesenden Fotografen erfährt dabei zu seinem Erstaunen, dass am heutigen Tag bereits um 12.00 Uhr mittags Schluss sein wird mit dem Betrieb auf der Rampe – und zwar für immer. Er sei davon ausgegangen, dass er noch bis Sonntag den Betrieb erleben und dokumentieren könne, meint er. Damit steht er sinnbildlich für einen Großteil der Eisenbahnfreunde in der letzten Betriebswoche: Einige waren der Meinung, dass bereits in der Nacht vom 14. auf den 15. Juni die Stilllegung ansteht, wiederum andere wollten noch bis in die Abendstunden des 15. Juni fotografieren, weil sie die Sperrung erst für den späteren Abend bzw. die frühen Nachtstunden erwartet hatten.
Weiterhin weiß einer der Anwesenden mit guten Kontakten zu den Laufacher Lokführern und Fahrdienstleitern von einem besonderen „Event“, das eigentlich nur "intern" und inoffiziell ablaufen soll: Nach der letzten Schubleistung sollen die beiden Loks noch einmal den Bahnhof Heigenbrücken West anfahren, wo die Lokführer eine kleine Aktion geplant hätten. Anschließend solle es wieder zurück nach Laufach gehen, wo ein internes Abschiedsgrillen nach erfolgter Streckensperrung mit den Lokführern und der diensthabenden Fahrdienstleiterin stattfinden werde. Hierauf wird in den nachfolgenden Abschnitten noch einmal Bezug genommen.
Und ein weiterer der Anwesenden stand bereits um 04.00 Uhr am Westportal des Schwarzkopftunnels und konnte so gegen 04.45 Uhr auch eine Aufnahme von 120 204 – die wenig später den Aschaffenburger Hauptbahnhof passierte (siehe oben) – anfertigen.
Einige der hier wartenden Fotografen sind bereits seit Beginn der Woche hier und haben sich extra Urlaub genommen. Zeitweise sollen bis zu 50 Leute auf engstem Raum auf die letzten Züge gewartet haben, erzählt man sich. Es sollen wohl auch Gäste aus der Schweiz und sogar aus China darunter gewesen sein. Möglicherweise findet sich dann in naher Zukunft eine originalgetreue Nachbildung der Spessartrampe mitsamt Schubbetrieb in einem der zahlreichen chinesischen Ausstellungs- und Erlebnisparks.

Laufach-Hain, 07.39 Uhr
Die Fachsimpeleien werden jäh unterbrochen durch ein Rauschen aus Richtung Heigenbrücken. 146 242 rollt mit geringer Verspätung und RE 4598 von Würzburg Hbf nach Frankfurt (Main) Hbf am Haken – der Rückleistung zu RE 4591 – aus Richtung der Sonne kommend dem nächsten Halt Aschaffenburg Hbf entgegen.

Nach der Durchfart des Zuges kehrt wieder Ruhe in die die Strecke umgebenden Erhebungen des Spessarts ein. Diese hält jedoch nicht lange an.

Laufach-Hain, 07.42 Uhr
Da die Strecke nun für andere Züge frei ist, rollt 151 012 wieder bergab in Richtung Laufach, um dort die nächste Schubleistung zu übernehmen.

Die Wanderung führt nun weiter in Richtung Schwarzkopftunnel. Hier sollen die verbleibenden Schubleistungen aufgenommen werden in der Hoffnung, vielleicht noch eine Einfahrt in das Ausweichgleis im Betriebsbahnhof Heigenbrücken West dokumentieren zu können.

Heigenbrücken West, 07.57 Uhr
Etwa vier Stunden vor der Sperrung hat bereits eine Handvoll Fotografen ihr (Nacht-)Quartier an der bekannten Fotostelle aufgebaut. Einer der Anwesenden hat sich sogar die Mühe gemacht und ein Transparent – ein altes Bettlaken – mit dem stilisierten Schwarzkopftunnel angefertigt. Doch es mag nicht recht in der örtlichen Vegetation halten. Einige Äste und Zweige müssen weichen. „Sowas mache ich normalerweise eigentlich nicht, ich bin Öko“, gibt er den Umstehenden zu verstehen, während sein Plakat den vorbeifahrenden Zügen „Tschüss! Und immer gute Fahrt!!“ wünscht.

Heigenbrücken West, 08.04 Uhr
Auf der Suche nach einem geeigneten Standpunkt, ohne den anderen Fotografen im Weg zu stehen, fällt an einem alten Schalthaus eine „Inschrift“ auf, die belegt, dass die Spessartrampe unter den Eisenbahnfotografen deutschlandweit doch einen gewissen Bekanntheitsgrad genießt.

Auch nach hier oben hatte sich bereits die Kunde verbreitet, dass ein Kesselwagenzug auf dem Weg in Richtung Laufach ist, um ab dort mit Schubunterstützung die Rampe hinauf und weiter Richtung Süden zu fahren. Um 08.17 Uhr ist das charakteristische Heulen arbeitender Drehstrommotoren aus Richtung Tal zu vernehmen, begleitet vom typischen donnerähnlichen Grollen eines schweren Güterzuges. Durch die Feiertagsruhe und dank der umliegenden Waldgebiete wird die Geräuschkulisse nur noch verstärkt und so scheint der Zug bereits näher zu sein, als er tatächlich ist.

Heigenbrücken West, 08.19 Uhr
Nach zwei Minuten Wartezeit kämpft sich schließlich 185 201 mit geschätzten 40 km/h die letzten Meter der Steigung empor. 151 012 und 151 164 helfen am Schluss tatkräftig mit, die mit Methanol beladenen Kesselwagen über den Berg zu wuchten. Am Signal "Nachschieben einstellen" nimmt der Lokführer der beiden Sechsachser die Leistung rechtzeitig so weit zurück, dass die Zuglok die letzten Wagen alleine über die letzten Steigungsmeter zieht – so, wie es 163 Jahre lang erfolgreich gehandhabt wurde.

Dieser Kesselwagenzug stellte die letzte betrieblich notwendige Schubleistung über die Spessartrampe dar. Doch das engagierte Laufacher Lok- und Stationspersonal wird noch eine weitere Schubleistung fahren.
Zuvor geht es mit den Schubloks jedoch noch einmal auf das Ausweichgleis in Heigenbrücken West. Betrieblich wäre dies nicht notwendig gewesen, die Zeit hätte für eine Rückkehr der Loks nach Laufach bis zur Durchfahrt der nächsten Personenzüge ausgereicht.

Heigenbrücken West, 08.20 Uhr
Und so kommt es, dass 151 164 und 151 012 zum vorletzten Mal das Seitengleis in Heigenbrücken West befahren. Ähnlich wie 151 012, wurde auch 151 164 mit einem Schild versehen, welches auf das Ende des Schiebebetriebs hinweist.

Nun müssen die beiden Loks auf je einen ICE und einen RE pro Richtung warten, bis die Rückfahrt nach Laufach angetreten werden kann. Die Zeit nutzt das Personal der beiden Loks für eine kurze Frühstückspause und ein paar wenige Erinnerungsaufnahmen. Auch einige der anwesenden Fotografen begutachten die schweren Sechsachser aus nächster Nähe. Einer von ihnen stellt korrekt fest: „In knapp dreieinhalb Stunden ist das alles vorbei.“.

Heigenbrücken West, 08.28 Uhr
Doch bis zur Betriebseinstellung um die Mittagszeit läuft der Betrieb normal weiter. Eine der beiden Nürnberger Werbe-146, 146 247, hat man an diesem Tag ebenfalls auf die Strecke geschickt. Mit RE 4599 befindet sich die Lok an diesem Tag auf dem Weg von Frankfurt (Main) Hbf nach Bamberg.
Man beachte auch hier die Kamera auf dem Führerpult sowie den ebenfalls filmenden Beimann. Hierbei handelte es sich um eine angemeldete Führerstandsmitfahrt zweier Journalisten einer Aschaffenburger Lokalzeitung, die den letzten Betriebstag der Spessartrampe zwischen Aschaffenburg Hbf und Heigenbrücken fotografisch und filmisch festhielten. Die Aufnahmen sind jedoch auf der zugehörigen Internetseite mittlerweile nur gegen ein kostenpflichtiges Abonnement abrufbar.

Dem RE direkt auf dem Fuße – so will es der Fahrplan – folgt der nächste Zug in Richtung Heigenbrücken.

Heigenbrücken West, 08.35 Uhr
Der Triebzug 403 035 „Konstanz“ rollt als ICE 1125 von Dortmund Hbf nach München Hbf die Steigung hinauf. Für den Triebzug wird es die letzte Fahrt über die Rampe sein, ebenso wie zuvor bereits für 146 247.
Der Lokführer des ICEs ist sichtlich erfreut über die ihm zuteilwerdende Aufmerksamkeit. Auch hier ist der Führerstand gut gefüllt, was allerdings in Originalgröße besser zu sehen ist. Und auch der viel gerühmte „Mann im Mond“ scheint sich das Spektakel ansehen zu wollen.

Nachdem der talwärts fahrende ICE und RE bereits einige Minuten zuvor die Strecke geräumt haben, können auch die beiden Schubloks das Ausweichgleis verlassen und auf das Streckengleis Richtung Heigenbrücken vorziehen.

Heigenbrücken West, 08.36 Uhr
Die Weiche läuft um, die Gleissperre klappt zur Seite, und die beiden Sechsachser setzen sich langsam, fast geräuschlos in Bewegung. Zum vorletzten Mal führt eine Fahrt aus dem Ausweichgleis auf das Heigenbrückener Hauptgleis bis zum Signal vor dem Tunnelportal. Dort wird die Fahrtrichtung gewechselt und um 08.38 Uhr geht es zurück in Richtung Laufach.

Nachdem die beiden Schubloks längst wieder in Laufach angekommen sind, wechselt um 08.41 Uhr das Ausfahrsignal in Richtung Laufach erneut in die Fahrtstellung. Ein Personenzug ist jedoch nach Fahrplan um diese Zeit nicht zu erwarten.

Heigenbrücken West, 08.44 Uhr
Aus dem Schwarzkopftunnel ist zunächst ein deutliches Brummen zu hören, alsbald gefolgt von V180.07 der SGL, die sich ohne Wagen auf dem Weg nach Aschaffenburg Hbf befindet. Dort wird sie einige Schüttgutwagen abholen, um wenig später wieder zurück in Richtung Heigenbrücken zu fahren.

Da der Güter- und Personenverkehr nun eine kurze Pause versprach, wurde das Umfeld und die Situation um die Abraumhalde am Schwarzkopftunnel an diesem besonderen Tag etwas näher dokumentiert.

Heigenbrücken West, 08.48 Uhr bis 08.52 Uhr
Aus dem näheren Umland und aus weiter entfernten Gebieten sind die Fotografen angereist, um den letzten Tag an der Rampe zu erleben. Je näher das avisierte Betriebsende rückt, desto mehr Menschen treffen am westlichen Tunnelportal ein.

Für die nun folgenden Züge soll ein anderer Standpunkt aufgesucht werden, der auch wegen der Schatten spendenden Bäume ein wenig Schutz vor der schwülen Luft bieten soll.

Heigenbrücken West, 09.04 Uhr
Aus Richtung Heigenbrücken ist ein längerer Pfiff zu vernehmen, was auf einen Richtung Laufach fahrenden Zug hindeutet. Wenig später fährt 101 091 mit IC 2226 von Regensburg Hbf nach Hamburg-Altona in den Gefälleabschnitt ein. Deutlich ist der Knick im Zug zu sehen, der den Beginn der Steigung markiert. Nur in Originalgröße erkennbar ist die auf der Beimannseite des Führerpults montierte Kamera, die der Lokführer für die Dokumentation seiner letzten Fahrt über die Strecke nutzt.

Nun folgen die Züge erneut Schlag auf Schlag in beide Richtungen, der nächste Taktknoten im Regional- und Fernverkehr steht an.

Heigenbrücken West, 09.16 Uhr
Zunächst muss jedoch noch ein Güterzug in Richtung Laufach vorgelassen werden. Die ausgeblichene 185 040 rollt mit einem gemischten Güterzug über die in etwa zweieinhalb Stunden nicht mehr benötigten Weichen des Betriebsbahnhofs Heigenbrücken West.

Doch dann beginnt endgültig der vorvorletzte Personenverkehrstaktknoten. Aus Richtung des Tunnels ist gegen 09.21 Uhr deutlich zu vernehmen, wie ein Zug die Weichen des Heigenbrückener Bahnhofs überfährt.

Heigenbrücken West, 09.22 Uhr
Wenige Augenblicke später rollen 403 037 „Stuttgart“ und 403 026 „Neunkirchen“ im geringfügig erweiterten Blockabstand auf der Fahrt als ICE 728 von München Hbf nach Dortmund Hbf bergab.

Kaum hat der Zug den Betriebsbahnhof passiert, ist es für kurze Zeit wieder still im umgebenden Wald.

Heigenbrücken West, 09.27 Uhr
Doch die Stille währt nicht lang: Kurz danach sind aus Richtung Laufach deutlich die Geräusche eines schwer arbeitenden Lüfters älterer Bauart zu vernehmen. Dieser gehört zu 111 197, welche mit RE 4603 von Frankfurt (Main) Hbf nach Würzburg Hbf auf den Brechpunkt zustrebt. Diese Lok wird am ersten Betriebstag der neuen Strecke, dem 19. Juni 2017, auch den ersten Zug aus Richtung Aschaffenburg Hbf nach Würzburg Hbf bespannen.

Nach dem nun noch folgenden ICE Richtung Würzburg Hbf, der nicht fotografisch festgehalten wurde, soll eigentlich die letzte Schubleistung folgen. Gegen 09.40 Uhr hallt aus dem Tal heraus auch deutlich das Geräusch einer schwer arbeitenden Maschine hinauf und wird stetig lauter.

Heigenbrücken West, 09.42 Uhr
Keine Frage: Da kommt etwas Schweres den Berg hinauf und die Maschine an der Spitze hat damit ordentlich zu tun. Um 09.42 Uhr schließlich lüftet sich das Geheimnis: V180.07 der SGL, die knapp eine Stunde zuvor talwärts fuhr, kommt aus Richtung Aschaffenburg mit fünf beladenen Schüttgutwagen und geschätzten 30 km/h die Rampe hinauf.

Seitens der Fahrdienstleiter hat man offenbar nicht damit gerechnet, dass dieser Zug in der Steigung so langsam werden wird – oder es wurde aufgrund der nicht betrieblich notwendigen Schubleistung bewusst so gehandhabt: Kurz nach der Durchfahrt dieses Zuges in Laufach geht 185 162 mit 151 164 und 151 012 als Schubunterstützung am Schluss auf die Strecke Richtung Heigenbrücken. Der vergleichsweise kurze Zug hätte jedoch keine Schubhilfe nötig gehabt. Aufgrund der sich bergan kämpfenden V180.07 kommt er in der Steigung sogar kurz vor einem roten Signal am ehemaligen Block Hain zum Halten – bei einer „echten“, betrieblich notwendigen Schubleistung wäre man bestrebt gewesen, dies unbedingt zu vermeiden. Ein Anfahren mit einem schweren Güterzug in der Steigung hätte trotz Schubunterstützung auch bei trockenem Wetter problematisch sein und den Betrieb behindern können. Da es sich bei dem erwähnten Güterzug bzw. seiner Schubunterstützung jedoch um eine „ehrenamtliche“ Aktion der Schiebelokführer handelt, gelingt die Anfahrt in der Steigung problemlos.

Heigenbrücken West, 09.46 Uhr
Und so zieht 185 162 mit dem etwa zehn Wagen „starken“ Güterzug um die Kurve – und fährt den beiden Schubloks mit Leichtigkeit und einem langgezogenen Pfiff zum Abschied davon. Deutlich ist zu erkennen, dass bis zum Signal Ts 1 („Nachschieben einstellen“) links noch einige Meter zurückzulegen wären.

Dem aufmerksamen Beobachter ist sicherlich nicht entgangen, dass die Loks in Laufach gegenüber der vorherigen Schubleistung umgehängt wurden, sodass nun 151 164 zum nachgeschobenen Zug hin steht.
Die soeben erfolgreich abgeschlossene Schubleistung ist damit zugleich die letzte auf der Rampe. Bis zur Außerbetriebsetzung des Streckenabschnitts verbleiben noch etwa zweieinviertel Stunden.
Für die Schubloks geht es diesmal jedoch nicht in das seitliche Ausweichgleis. Stattdessen soll direkt nach der Ankunft in Heigenbrücken West die Rückfahrt ins Tal erfolgen. Und so kommen die beiden Loks noch einmal am Zwischensignal vor dem Portal des Schwarzkopftunnels zum Stehen, wo sie direkt von den zahlreich anwesenden Fotografen umringt werden.

Heigenbrücken West, 09.53 Uhr
Nachdem 425 028 als RB 15277 aus Aschaffenburg Hbf nach Heigenbrücken vorbeigefahren ist, geht um 09.53 Uhr die Fahrt mit einem langgezogenen Pfiff, der in imposanter Weise von den umliegenden bewaldeten Hängen zurückgeworfen wird, zum vorletzten Mal an diesem Tag zurück nach Laufach. Es ist zugleich das letzte Mal, dass die Loks nach einer Schubleistung ins Tal zurückkehren werden. 151 012 führt das Duo an.

Der letzte Programmpunkt der Wanderung sieht am Schwarzkopftunnel die Dokumentation des „Freizeitexpress’ Frankenland“ von Frankfurt (Main) Hbf nach Bamberg vor. Dieser Zug wird üblicherweise mit einer 111 an der Zugspitze und einer gleichen Lok am Zugschluss bespannt und fährt ab Gemünden (Main) auf dem direkten Weg nach Schweinfurt Hbf, wodurch der Halt in Würzburg Hbf entfällt.

Heigenbrücken West, 09.59 Uhr
Doch vorher rollt noch 185 402 mit einem Güterzug an den nach wie vor zahlreicher werdenden Fotografen vorbei in Richtung Aschaffenburg. Die Gleissperre im Vordergrund wird sich während ihrer Einsatzzeit nur noch einmal öffnen – für das spätere „Event“ der Laufacher Lokführer (siehe unten).

Nach der Durchfart des Güterzuges suchen sich die Fotografen für den schon bald nahenden „Freizeitexpress Frankenland“ einen passenden Platz, was sich aufgrund der Vielzahl der Personen und der gebotenen räumlichen Enge nicht gerade einfach gestaltet.

Heigenbrücken West, 10.06 Uhr
Letztlich springt das Zwischensignal vor dem Schwarzkopftunnel auf Hp 1, wenige Augenblicke später zeigt auch das am gleichen Mast hängende Ausfahrvorsignal Fahrt erwarten. Die Fahrt erwarten auch die Fotografen: 111 188 an der Zugspitze und 111 190 am anderen Ende kämpfen sich mit RE 4647 von Frankfurt (Main) Hbf nach Gemünden (Main) durch die aufziehende Schwüle des Tages die Rampe empor. Deutlich ist der Knick beim Blick entlang der Wagen zu erkennen, der die Steigung des Streckenabschnitts anzeigt. Auch hier steht auf dem Beimannplatz eine Kamera.

Unmittelbar nach Durchfahrt des Zuges geht die Wanderung weiter in Richtung Heigenbrückener Bahnhof. Hierbei wird bewusst die noch folgende Abschiedsleerfahrt der beiden 151 ausgelassen, um rechtzeitig für den letzten haltenden Personenzug am alten Bahnhof in Heigenbrücken zu sein.
Während der Weg über einen in den letzten Jahrzehnten „gewachsenen“ Pfad auf den Schwarzkopftunnel führt, verlässt zum letzten Mal 425 028 als RB 15278 nach Aschaffenburg Hbf ebendieses Bauwerk. Es ist das letzte Mal, dass ein Triebzug der Baureihe 425 die Strecke befahren wird. Die Uhr zeigt 10.09 Uhr – nur noch etwas weniger als zwei Stunden bis zur endgültigen Stilllegung.
Da einer der Schleichwege durch das Unterholz mittlerweile mit blühendem Fingerhut übersät ist, müssen für die restliche Strecke die offiziellen Waldwirtschaftswege genutzt werden. Während sich der Weg durch den Schatten der Bäume schlängelt, sind die beiden Schubloks aus Richtung Laufach zu hören. Sie fahren gerade die Rampe empor – natürlich mit dem obligatorischen Pfiff, wann immer ein Fotograf oder Filmer zu erkennen ist. Dies ist der Beginn des schon erwähnten, „internen Events“ der Laufacher Lokführer.
Die Fahrt der beiden nun vorerst arbeitslosen Schubloks führt dabei zunächst – wie später einige dabei gewesene Fotografen berichten werden – durch den Tunnel bis in den Bahnhof Heigenbrücken. Dies kam im normalen Schubbetrieb nur selten vor. Von dort geht es als Rangierfahrt zurück in das Seitengleis nach Heigenbrücken West. Von dort wird nach einer kurzen Fotopause bis vor den Schwarzkopftunnel vorgezogen, wo erneut Fotos angefertigt werden können. Passenderweise rollt zu diesem Zeitpunkt auch ein IC vorbei in Richtung Laufach. Nach einem kurzen Aufenthalt führt die Fahrt zum endgültig letzten Mal – wieder mit einem langgezogenen Pfiff, den man noch bis hoch auf die Spitze des Schwarzkopfes hörte – die Rampe hinab nach Laufach und weiter Richtung Frankfurt (Main). Damit befuhr zum endgültig letzten Mal auch eine Lok der Baureihe 151 die Spessartrampe.
Gegen 10.45 Uhr ist der alte Bahnhof Heigenbrücken erreicht. Auf dem Hausbahnsteig im Bereich des Empfangsgebäudes sind schon einige Schaulustige und auch Fotografen eingetroffen. Auf der Straßenbrücke über die westlichen Ausfahrgleise haben sich einige Heigenbrückener im Schutz der Schatten spendenden Bäume mit Kühltasche und Klappstuhl eingerichtet und genießen den „Sturm vor der Ruhe“ mit einem kühlen Bier.

Heigenbrücken, 10.49 Uhr
Parallel zur alten Ladestraße – hier sind teilweise noch Bodensteine aus der Anfangszeit der Bahnstrecke verbaut! – rollt eine private 186 mit einem Containerzug in langsamer Fahrt durch den Bahnhof in Richtung Laufach. Auf dem in den 1980er Jahren zum Stumpfgleis zurückgebauten Gleis 6 ist ein Wagen der Gattung Bnrz 450 abgestellt, welcher als Ausstellungsstück während des Rückbaus auf der Rampe im Bereich Hain abgestellt werden wird. Der Wagen wurde bereits Anfang Juni nach Heigenbrücken überführt. Hinter dem Wagen sind noch die Container des erwähnten Containerzuges zu erkennen.

Da die bevorstehende Außerbetriebnahme der Strecke bereits ihre Schatten voraus wirft – es ist nur noch etwas mehr als eine Stunde –, sind eigentlich keine Güterzüge mehr zu erwarten.

Heigenbrücken, 10.53 Uhr
Doch dies sollte sich als Irrtum erweisen: Die belgische 186 293 rollt mit einem Containerzug aus Richtung Würzburg kommend langsam an den langen Bahnsteigen vorbei in Richtung Laufach. Es wird an diesem Tag zwar nicht der letzte talwärts fahrende Güterzug sein, doch es ist der letzte, der mit der Lok einer privaten Eisenbahnverkehrsgesellschaft bespannt wird.

Da der Zug nur recht langsam fährt, wird es in etwa zwei Minuten dauern, bis er den Bahnhof vollständig verlassen hat.

Heigenbrücken, 10.55 Uhr
In der Zwischenzeit wird das noch betrieblich notwendige Empfangsgebäude dokumentiert. Zeitgleich rücken bereits die ersten Bauarbeiter samt zugehörigen Maschinen an und beginnen mit vorbereitenden Ladearbeiten neben den Gleisen. An dieser Stelle sei auch auf den recht improvisiert wirkenden Signalschirm des Signals R4 hingewiesen. In dem rot angestrichenen Gebäude befindet sich ein Teil der Stellwerkstechnik.

Aus dem Tunnel ist ein in Richtung Würzburg Hbf fahrender Zug zu vernehmen. Die Personen auf dem Hausbahnsteig schauen bereits interessiert in diese Richtung.

Heigenbrücken, 10.59 Uhr
61 Minuten vor der endgültigen Außerbetriebnahme der Spessartrampe kommt schließlich der Triebzug 411 012 „Freie und Hansestadt Hamburg“ auf dem Weg als ICE 1521 von Dortmund Hbf nach München Hbf laut pfeifend aus dem Schwarzkopftunnel in den Heigenbrückener Bahnhof gefahren. Ob das Papier-Zg 2 im Führerstand Absicht ist, ist im Nachhinein nicht mehr zu sagen. Sicher ist jedoch, dass auch hier der Lokführer eine Kamera auf dem Führerpult montiert hat, um seine letzte Fahrt über die Spessartrampe zu dokumentieren.

Für die nun noch folgenden letzten Züge steht ein letzter Wechsel auf die Brücke über der westlichen Ausfahrt an. Von hieraus sollen die letzten Züge auf der Strecke dokumentiert werden.

Heigenbrücken, 11.03 Uhr
Einige weitere Schaulustige haben sich unter dem Schatten spendenden Dach niedergelassen und möchten das Ende des Bahnbetriebs im alten Heigenbrückener Bahnhof miterleben.

Doch bevor die Strecke endgültig stillgelegt werden wird, läuft der Betrieb in der noch verbleibenden Zeit bis 12.00 Uhr wie üblich weiter.

Heigenbrücken, 11.06 Uhr
Mit IC 2024 von Passau Hbf nach Hamburg-Altona passiert 101 016 den Bahnhof. Dies ist somit der letzte lokbespannte Fernverkehrszug, der den alten Heigenbrückener Bahnhof durch- und die Spessartrampe befährt.

Mittlerweile sind auch die ersten Arbeiter der zuständigen LST-Abteilung angekommen. Sie räumen einige Utensilien aus dem Stellwerk und dem angrenzenden Technikgebäude aus, hauptsächlich Werkzeug, Unterlagen und einzelne Möbel. Die Vorbereitungen zur Außerbetriebnahme sind bei noch laufendem Betrieb damit bereits in vollem Gange.

Heigenbrücken, 11.21 Uhr
Die zuständige Dispositionsstelle entschied, noch vor dem letzten talwärts fahrenden ICE einen Güterzug über die Strecke zu schicken. Mit 189 024 an der Spitze durchfährt der letzte talwärts fahrende Güterzug die alte Heigenbrückener Station.

Doch dies ist nicht der endgültig letzte Güterzug auf der Strecke.

Heigenbrücken, 11.25 Uhr
Eine unbekannte Lok der Baureihe 193 der „Rurtalbahn Cargo“ strebt mit einem Ganzzug aus Autotransportwagen Richtung Süden. Damit hat auch der letzte Güterzug die Strecke passiert. Die nun noch folgenden Züge sind allesamt Personenzüge: jeweils zwei ICE- und zwei RE-Züge pro Richtung.

Es geht nun gefühlt erneut Schlag auf Schlag mit den letzten noch anstehenden Zügen, die Zeit drängt, die Arbeiten sollen pünktlich beginnen. Die neue Strecke muss binnen dreieinhalb Tagen an das bestehende Netz angeschlossen werden, jede mögliche Verzögerung kostet zusätzliches Geld.

Heigenbrücken, 11.28 Uhr
Gebildet aus 403 007 „Oberhausen“ rollt mit ICE 724 von München Hbf nach Essen Hbf der letzte ICE talwärts durch den Bahnhof und über die Spessartrampe hinab – zur Freude zahlreicher Anwesender begleitet von einem langen Pfiff. Man beachte auch die zahlreichen Hände im Bereich der Frontscheibe im Führerstand – in Originalgröße sind gut die Handys zu erkennen, die die letzte Fahrt filmen, doch auch den Umstehenden wird gewunken. Auch im Zug selbst – durch den Blick von der Brücke herab gut erkennbar – werden zahlreiche Handys an die Fenster gehalten und die umstehenden Leute gegrüßt.

Unterdessen wartet der letzte Regionalzug Richtung Würzburg Hbf bereits vor dem Schwarzkopftunnel auf die Einfahrt. Eigentlich hätte er bereits um 11.28 Uhr abfahren sollen.

Heigenbrücken, 11.30 Uhr
Doch ICE 724 muss erst den Bahnsteigbereich räumen, ehe mit RE 4607 von Frankfurt (Main) Hbf nach Würzburg Hbf und der Schublok 146 241 und drei Minuten Verspätung der letzte Zug Richtung Gemünden (Main) die Spessartrampe verlassen und im alten Heigenbrückener Bahnhof halten kann. Zum letzten Mal gibt der Aufsichtsbeamte für einen Richtung Würzburg fahrenden Zug Zp 9, in der großen Ansicht unten rechts als Ausschnittsvergrößerung dargestellt.

Es verbleiben nur noch 30 Minuten bis zur Stilllegung.

Heigenbrücken, 11.35 Uhr
Die Ankunft des letzten talwärts fahrenden RE rückt näher – und der Bahnsteig ist 25 Minuten vor der Außerbetriebnahme der Rampe noch mehr gefüllt als etwa 30 Minuten zuvor.

Schlussendlich kündigt der Fahrdienstleiter per Lautsprecheransage die Einfahrt des letzten RE Richtung Aschaffenburg Hbf an.

Heigenbrücken, 11.37 Uhr
Um 11.36 Uhr ist es dann so weit: Mit fünf Minuten Verspätung fährt 111 206 mit RE 4608 von Bamberg nach Frankfurt (Main) Hbf in den Bahnhof ein. Zwei „Last Minute-Fotografen“, wie es einer der anwesenden Fotografen auf der Brücke ausdrückt, sprinten aus dem ersten Wagen nach vorne und machen ein letztes Foto. Lokführer und Aufsicht spielen mit und warten, bis die beiden wieder im Zug sind. Um 11.37 Uhr verlässt dann der letzte Zug in Talrichtung auf der Spessartrampe den Heigenbrückener Bahnhof – ohne Pfiff wirkt es wie eine ganz normale Ausfahrt, doch beim Blick auf die andächtig dreinblickenden Fotografen auf der Brücke merkt man, dass hier etwas nicht ganz so Alltägliches vor sich geht.

Der letzte Regionalexpress ist weg, die Fotografen bleiben. Der ICE Richtung Würzburg steht jedoch noch aus – er hat Verspätung und verzögert so die Sperrung der Strecke. Mittlerweile sind noch mehr Bauarbeiter eingetroffen und warten auf die Freigabe zum Beginn der Arbeiten. Doch sie werden sich noch ein wenig gedulden müssen. Von der Brücke aus ist auf dem Hausbahnsteig auch der Fotograf mit dem Transparent zu erkennen, der wenige Stunden zuvor noch vor dem westlichen Tunnelportal anzutreffen war. Sein Transparent hat er ebenfalls dabei.
Um 11.44 Uhr dann die Durchsage des Fahrdienstleiters: „Es kommt jetzt ICE 621 (ausgesprochen sechs einundzwanzig) durch Gleis 3. Das ist der letzte Zug über die Spessartrampe. Ich wiederhole: Letzter Zug über die Spessartrampe: ICE 621 (Aussprache wie vorstehend), Gleis 3“. Hektisches Treiben setzt ein, keiner will etwas verpassen. Kaum jemand spricht, nur die auf der Brücke hin- und herfahrenden Autos sind deutlich zu vernehmen. Dann durchschneidet um 11.45 Uhr ein aus dem Tal kommender Pfiff die Ruhe wie ein scharfes Messer. Neugierig wandern die Blicke in Richtung Tunnel. Doch der letzte Zug, der jemals die Spessartrampe befahren wird, befindet sich erst kurz vor dem Schwarzkopftunnel. Der Pfiff verstummt nicht und wird stetig lauter. Einige Autofahrer bleiben auf der Brücke stehen ob des Lärms und der zahlreichen Anwesenden. Schließlich fährt 403 028 „Aachen“ als ICE 621 von Essen Hbf nach Nürnberg Hbf in den Schwarzkopftunnel ein.

Heigenbrücken, 11.46 Uhr
Wenige Augenblicke später ist der Lärm ohrenbetäubend: Mit einem Dauerpfeifton rollt der Zug aus dem Tunnel und durchfährt als letzter Zug überhaupt den Bahnhof Heigenbrücken in Richtung Süden. Mit einem langen Pfiff bis hinter den anschließenden Weichenbereich auf der Gemündener Seite verabschiedet sich der Lokführer von der Strecke. Von der Brücke herab sind bei der Durchfahrt des Zuges einige neugierige Gesichter an den Fenstern des Zuges zu sehen. Möglicherweise wurden die Fahrgäste im Zug über den besonderen Charakter ihrer heutigen Fahrt informiert.

Dann ist es still. Einige der Anwesenden sind der Meinung, dass noch eine Regionalbahn aus Aschaffenburg kommt – doch diese Angabe im elektronischen Auskunftssystem der Bahn ist falsch, wie man den Baustellenbroschüren bereits Tage vorher entnehmen konnte. Tatsächlich ist ICE 621 der allerletzte Zug über die Strecke gewesen – und er beendet den über 163 Jahre andauernden Betrieb über die Spessartrampe.

Nachdem ICE 621 den Bahnhof verlassen hat, beginnen im Stellwerk umgehend die organisatorischen Arbeiten zur Streckensperrung und zur Betriebsübergabe. Sie werden fast eine Stunde in Anspruch nehmen. Das Gleis Wiesthal – Heigenbrücken (Richtung Aschaffenburg – Frankfurt) wird um 11.54 Uhr gesperrt und zum Baugleis erklärt, das Gleis in die Gegenrichtung vier Minuten später um 11.58 Uhr. Mit 12.01 Uhr erfolgt dies auch für die Bahnhofsgleise in Wiesthal und Heigenbrücken. Damit ist die Stilllegung vollständig. Kurze Zeit später wird auch die Oberleitung stromlos geschaltet. Um 12.15 rollen bereits die ersten Bagger auf den Gleisen. Bereits mit Sperrung der Gleise in Heigenbrücken sind kurz nach 12.00 Uhr einige DB-Mitarbeiter zwischen dem östlichen Tunnelportal und dem Heigenbrückener Bahnhof mit ersten Arbeiten an den Weichen im Einfahrbereich beschäftigt. Beispielsweise wurden einige Kleinteile demontiert, welche u. a. als Ersatzteile weiterverwendet werden sollen.
Im Stellwerk ist auf dem Wandkalender der heutige 15. Juni mit einem dicken roten Kreis markiert. Nachdem die Sperrung vollständig ist, begannen auch die ersten vorbereitenden Arbeiten zum Abbau der Stellwerksanlagen. Um 12.45 Uhr meldet der Vorarbeiter der LST-Mannschaft: „Wir stellen jetzt ab, es kann gleich laut werden, bimmeln, summen, was auch immer.“ Durch die zum Bahnsteig hin offen stehende Tür zum Bedienraum wird wenig später klar, was er damit meint: Die beiden Stelltische für den Bahnhof Heigenbrücken und den Bahnhof Wiesthal geben sämtliche akustischen und optischen Warn- und Hinweissignale von sich, die möglich sind. Gleichzeitig erlöschen auch die Signale, wenig später verstummt und erlischt auch der Stelltisch. Der Fahrdienstleiter löscht die letzten verbliebenen Zugnummern in den Tischfeldern. Um 12.47 Uhr ergeht die Meldung an die benachbarten Stellen: „Stellwerk dunkel“. An die entsprechenden Ansprechpartner der Bautrupps vor Ort wird durchgegeben: „Bitte selbst auf die Weichenlage achten, ich sehe nicht mehr, wie's draußen aussieht“. Das Stellwerkspersonal sowie der vor Ort eingesetzte Aufsichtsbeamte müssen an diesem Tag noch bis 18.00 Uhr ausharren – obwohl kein Zugverkehr mehr stattfindet. Trotz der Streckenstilllegung wurden die Dienste nicht gekürzt. Die Zeit wird stattdessen zum Ausräumen der Diensträume genutzt.
Die Stimmung im Bahnhofsbereich, nachdem der letzte Zug durchgefahren ist und auch die Signale endgültig dunkel sind, ist schwer zu beschreiben. Die Schaulustigen verlassen den Bahnhof, einige direkt nach der Durchfahrt des letzten Zuges, andere lassen sich mehr Zeit, wieder andere schlendern gedankenverloren um das Empfangsgebäude herum. Einer der Anwesenden beschreibt die Situation als „surreal“, was wohl am ehesten zutrifft. „Man kann sich gar nicht vorstellen, dass hier nie mehr Züge fahren“, meint er noch. Damit hat er Recht. Noch kann man sich das nicht vorstellen. Doch man wird sich daran gewöhnen und im Hinterkopf behalten, dass man ein solches, historisch betrachtet selten vorkommendes Ereignis miterleben durfte.

Die Wanderung führt unterdessen wieder zurück nach Laufach, von wo aus mit dem Bus wieder Aschaffenburg erreicht werden soll.

Heigenbrücken, 13.19 Uhr
Bereits nach Durchfahrt des letzten Zuges hat die große Räumung der noch bahnseitig genutzten Räume begonnen. So werden beispielsweise einige der massiven Bundesbahnschränke verladen, die bisher in den Dienst- und Aufenthaltsräumen genutzt wurden.

Heigenbrücken, 13.22 Uhr
Gegenüber den Aufnahmen von 11.03 Uhr und 11.35 Uhr ist der Hausbahnsteig um 13.22 Uhr verständlicherweise deutlich leerer. Trotz der medialen Präsenz dieses Ereignisses und ausführlicher Information auf den Bahnsteigen und in den Zügen verirren sich noch immer Fahrgäste zum alten Bahnhof und warten dort auf den Zug. Das diensthabende Stellwerkspersonal verweist sie auf den Schienenersatzverkehr.

Heigenbrücken, 13.27 Uhr
Die Signale sind um 13.27 Uhr dunkel – zweieinhalb Stunden zuvor waren sie noch in Betrieb und zeigten den Zügen den richtigen Weg. Unterdessen ziehen die ersten Schleierwolken über dem Bahnhof auf, es wird an diesem Abend noch ein Gewitter geben.

Der Weg zurück nach Laufach führt – ähnlich wie der Hinweg – erneut parallel zur Strecke. Einziger Unterschied ist diesmal jedoch, dass keine Züge mehr auf der alten Strecke fahren – dementsprechend ruhig ist es. Zu Betriebszeiten waren stets die auf der Rampe berg- bzw. talwärts fahrenden Züge deutlich zu hören, auch wenn sie aufgrund der dichten Bewaltung teilweise nicht zu sehen waren.

Heigenbrücken, 14.31 Uhr
In Heigenbrücken West, wo zuvor noch Schubloks ihren Dienst beendeten und Züge durchfuhren, sind die Signale ebenfalls – und wenig überraschend – dunkel.

Im einzig noch genutzten Baustellenareal entlang der Strecke schlendert verbotenerweise eine Wandergruppe herum, die die Neubaustrecke begutachtet.
Im Einmündungsbereich der Neu- in die Altbaustrecke sind dagegen die Oberleitungsarbeiten zur Anbindung der neuen Strecke bereits in vollem Gange. Auch die hier noch vorhandenen Bauweichen werden für den Ausbau vorbereitet. Am Laufacher Bahnhof selbst, es ist mittlerweile 15.45 Uhr, feiern die Cargo-Lokführer und die diensthabende Fahrdienstleiterin ein kleines Grill- und Abschiedsfest, während auf den hinteren Gleisen die alten Signale abgebaut werden. Die neuen Ks-Signale sind zu diesem Zeitpunkt bereits in Betrieb, die Herstellerfirma Siemens führt letzte Arbeiten und Tests durch. Die Schubloks wurden bereits gegen Mittag nach Frankfurt Ost gefahren – die überführenden Lokführer sind per Gastfahrt nach Laufach zurückgekehrt, um den Tag mit den Kollegen ausklingen zu lassen.
Um 16.10 Uhr endet die Wanderung mit dem Einstieg in den Linienbus Richtung Aschaffenburg. Am Hauptbahnhof, der gegen 16.45 Uhr erreicht ist, haben zeitgleich mit der Sperrung der Spessartstrecke umfangreiche Gleis- und Weichenarbeiten im östlichen Gleisvorfeld begonnen, die ebenfalls die folgenden vier Tage andauern werden.
Am 19. Juni 2017, dem darauffolgenden Montag, verlässt um 04.56 Uhr 111 197 mit RE 4591 nach Würzburg Hbf pünktlich den Aschaffenburger Hauptbahnhof. Es ist der erste planmäßige Zug aus Richtung Aschaffenburg, der die Neubaustrecke befahren wird.

Vergleichsaufnahmen

Nachfolgend sind einige Vergleiche von verschiedenen Standpunkten entlang des von der Stilllegung betroffenen Streckenabschnitts aufgeführt. Die Aufnahmen entstanden jeweils in etwa aus derselben Perspektive heraus und sollen den Zustand der Strecke in größerem zeitlichen Abstand dokumentieren. Die Überschrift gibt jeweils den Aufnahmeort an, die Daten dahinter die entsprechenden Aufnahmetage in der Reihenfolge der Fotos von links nach rechts.

Laufach, 25.05.2017 / 15.08.2017 / 01.11.2017

Laufach-Hain, 05.06.2017 / 01.11.2017

Laufach-Hain, 01.05.2017 / 15.08.2017

Laufach-Hain, 01.05.2017 / 15.08.2017 / 01.11.2017

Laufach-Hain, 05.06.2017 / 15.08.2017 / 01.11.2017

zwischen Laufach-Hain und Heigenbrücken West, 05.06.2017 / 15.08.2017 / 01.11.2017

Heigenbrücken West, 01.05.2017 / 01.11.2017

Heigenbrücken West, 01.05.2017 / 15.08.2017

Heigenbrücken West, 05.06.2017 / 15.08.2017 / 01.11.2017

Heigenbrücken, 15.06.2017 / 15.08.2017

Heigenbrücken, 16.02.2017 / 15.08.2017 / 01.11.2017

Heigenbrücken, 02.02.2017 / 15.08.2017

Heigenbrücken, 15.06.2017 / 15.08.2017 / 01.11.2017